Lakritze und Rentier-Salami

„Little Finland“ in der Bockstraße Quedlinburg: Mari Raatikainen bietet Glögli, Lakritze, Rentier-Salami und Schmuck aus Holz

Quedlinburg - Glögli, Lakritze und Salmiak, getrocknete Rentier-Salami oder Schmuck aus Holz: Typisches aus Finnland ist oft nur auf Weihnachtsmärkten zu finden. In Quedlinburg gibt es jetzt ein „Kleines Finnland“ das ganze Jahr ...

Von Petra Korn 05.03.2018, 08:55

Glögli, Lakritze und Salmiak, getrocknete Rentier-Salami oder Schmuck aus Holz: Typisches aus Finnland ist oft nur auf Weihnachtsmärkten zu finden. In Quedlinburg gibt es jetzt ein „Kleines Finnland“ das ganze Jahr über:

Mari Raatikainen lädt in ihrem „Little Finland“ in der Bockstraße dazu ein, ihr Heimatland und Skandinavien zu entdecken. Sei es kulinarisch - mit getrockneten Beeren, Schokolade mit Rentier- oder Fischgeschmack oder Salmiak-Likör.

Holzbecher und Keramik im Pentik-Design

Sei es mit Schönem für Heim und Küche wie Holzbechern für heiße Getränke oder Keramik im Pentik-Design. „Die ist sehr beliebt in Finnland, und Pentik hat die nördlichste Keramikfabrik in der Welt.“ Oder mit Schmuck, Naturkosmetik - und natürlich Saunaprodukten. Schließlich, erklärt Mari Raatikainen lachend, gebe es in Finnland mehr Saunas als Autos.

Erste Kontakte nach Mitteldeutschland hat die 43-Jährige beruflich geknüpft: Bei der Stadtverwaltung Kerava - eine Stadt im Süden Finnlands - war sie für die Koordination und Planung internationaler Projekte verantwortlich.

Auf Weihnachtsmarkt in Blankenburg hat es gefunkt

Und so kam Mari Raatikainen mit einer Delegation nach Aschersleben, das zu den Partnerstädten Keravas gehört. „Am letzten Abend waren wir im Schloss Blankenburg auf dem Weihnachtsmarkt.

Und da habe ich einen deutschen Ingenieur kennengelernt.“ Die große Liebe für beide - die sich fortan gegenseitig besuchten.

„Dann hatte ich die Möglichkeit, einen Studienurlaub zu machen.“ So kam sie vor zwei Jahren nach Deutschland, absolvierte via Internet ein Fernstudium in Finnland - und blieb hier. „Dann haben wir überlegt, ein Finnland-Geschäft zu eröffnen.

Viele Menschen hier haben mehr und mehr Interesse an Skandinavien und Finnland. Und Quedlinburg“, begründet Mari Raatikainen ihre Standortwahl, „ist eine schöne Touristenstadt.“

Im November eröffnete sie „Little Finland“ - das erste Finnland-Geschäft in Sachsen-Anhalt, sagt die Inhaberin, die ihr Geschäft inzwischen mit einem Online-Shop ergänzt hat. Das Interesse sei von Anfang an groß gewesen.

„Viele kommen herein, fragen und finden es gut, dass sie auch probieren können“, deutet Mari Raatikainen schmunzelnd auf den Teller mit Schokolade mit Salmiak oder Lakritze, der auf dem Tischchen neben einem einladenden Schaukelstuhl steht.

In ihrem Geschäft zu arbeiten, macht ihr viel Spaß. „Ich treffe jeden Tag neue Menschen aus Quedlinburg und aus vielen anderen Ländern, wie beispielsweise Argentinien oder China. Und“, fügt sie lachend hinzu, „ich habe meinen Deutsch-Kurs jetzt hier im Laden.“

Wie Mari Raatikainen weiter erzählt, habe sie hier inzwischen auch viele neue Freunde gefunden, fühle sich wohl. „Natürlich vermisse ich auch meine Familie und meine Freunde in Finnland. Aber die Menschen und die Kultur hier in Mitteldeutschland sind nicht so anders“, sagt sie. „Ich habe jetzt zwei Heimaten: hier in Mitteldeutschland und eine in Finnland.“ (mz)