„Landgut Klamroth“ in Westerhausen

„Landgut Klamroth“ in Westerhausen: Käse, Fleisch und Wurst aus der Region

Westerhausen - Manche Dinge brauchen etwas länger, das musste auch Sophie Emmi Klamroth feststellen. „Die Idee, verschiedene Erzeugnisse von den Rindern meiner Eltern selbst zu produzieren und auch auf einem eigenen Hof in Westerhausen zu vertreiben, bestand schon lange“, erklärt sie. Schon vor gut drei Jahren hatte sie ihre Pläne eines „Landguts“ den Mitgliedern des Thalenser Bauausschusses vorgestellt. Die Umsetzung verzögerte sich, doch nun erfolgt der Start des „Landgutes ...

Von Andreas Bürkner

Manche Dinge brauchen etwas länger, das musste auch Sophie Emmi Klamroth feststellen. „Die Idee, verschiedene Erzeugnisse von den Rindern meiner Eltern selbst zu produzieren und auch auf einem eigenen Hof in Westerhausen zu vertreiben, bestand schon lange“, erklärt sie. Schon vor gut drei Jahren hatte sie ihre Pläne eines „Landguts“ den Mitgliedern des Thalenser Bauausschusses vorgestellt. Die Umsetzung verzögerte sich, doch nun erfolgt der Start des „Landgutes Klamroth“.

Zusammen mit ihrem Lebenspartner Jens Stange hat Emmi, wie sie gerufen wird, aus der früheren Getreidesilo-Anlage der LPG an der Halberstädter Straße, Ecke Schützenplatz, die modernen Präsentationsbauten erstellt. „Vieles mussten wir abreißen oder umbauen“, erklärt sie, „nachdem endlich die Baugenehmigung erteilt war. Umfangreiche Behördenauflagen waren zu erfüllen, und entgegen anderer Aussagen zuvor musste auch ein Bau- und Erschließungsplan erstellt werden“, nennt sie einige der Gründe für die Verzögerungen. Sie betont aber, dass sie beim gesamten Vorhaben mit der Stadtverwaltung Thale gut kooperiert habe.

Auch der finanzielle Aspekt habe eine Rolle gespielt. „Wir wollten so viel wie möglich allein machen, um Kosten zu sparen“, erklärt die Jungunternehmerin, die auch auf die Hilfe ihrer Familie bauen konnte. Schließlich ist Emmi Klamroth auf dem Bauernhof der Eltern groß geworden. Voller Stolz zeigt sie mit ihrem Partner aus Sachsen, den sie während des Studiums in Leipzig kennenlernte, was bereits fertig ist, auch wenn es bis zur heutigen offiziellen Eröffnung mit geladenen Gästen, darunter Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens, noch viel zu tun gab.

Durch große Fenster können die Besucher sehen, wie unter hygienischen Bedingungen nicht nur Produkte hergestellt, sondern auch teilweise verpackt werden. Emmi hält einen der Joghurt-Becher in der Hand, die in einer Maschine schon auf ihre Füllung warten. „Wir werden auch einige Quarkmischungen herstellen und Trinkmilch in verschiedenen Geschmacksrichtungen“, kündigt sie an. Die Milch komme von den Rindern des benachbarten Landwirtschaftsbetriebes ihres Bruders beziehungsweise der Eltern.

„Die Tiere liefern auch die Ausgangsstoffe für die Fleisch- und Wurstproduktion“, ergänzt sie. Mit ihren drei Helfern, für die sie auf dem Landgut die Arbeitsplätze geschaffen hat, probt sie bereits die Abläufe, „damit bei der Premiere nichts schief geht“, wie Emmi Klamroth betont.

Ein Ergebnis sind verschiedene Sorten Käse, von denen die ersten Exemplare schon in einer der drei Kühllagerkammern für den Verkauf bereitliegen. Ob die Anzahl für den Start reicht, scheint eher fraglich. „Doch viel wichtiger als die Endprodukte soll für die Besucher ihre Herstellung sein“, macht die junge Landfrau deutlich. Deshalb werde es neben dem Blick in die Produktionsräume auch Schauvorführungen und Verkostungen in einem größeren Saal geben.

„Als Partner haben wir Bauern aus der Region gewonnen, die natürlich und ökologisch produzieren und die Tiere artgerecht halten“, macht Emmi Klamroth ihre Ansprüche deutlich. Dadurch gebe es im Verkaufsraum neben den eigenen Angeboten unter anderem auch Obst, Gemüse, Honig, Gewürze oder Wein. „Für die Besucher halten wir auch einen kleinen Imbiss bereit“, ergänzt die Guts-Chefin, „wir haben aber kein Restaurant mit durchgehender Küche vorgesehen.“

Für Interessenten wird es zum Start am Samstag, 29. November, ab 10 Uhr den ersten Weihnachtsmarkt auf dem Gutshof geben, der von der Straße aus an einer Plastikkuh zu erkennen ist. „Wir wollen allen unter dem Motto „Angucken und Ausprobieren“ einen ersten Einblick in unseren Hof ermöglichen.“ Auch Weihnachtsbäume wird es geben. Ganz bewusst würden an diesem Tag die Öffnungszeiten außer Kraft gesetzt. Emmi Klamroth: „Wir sind so lange da, bis der letzte Gast gegangen ist.“ (mz)