Neues Feinkost-Angebot in Quedlinburg Hier kommt der Harz in die Kiste
Simone Seiboth hat das Angebot in ihrem Geschäft erweitert. Die Chefin der Quedlinburger Senf-Manufaktur setzt dabei unter anderem auf Picknicktouren mit dem E-Bike.

Quedlinburg/MZ. - „Die Hirschsalami habe ich selber schon gekostet, die ist sehr lecker“, sagt Frank Ruch. „Wo kommt die her?“ „Aus Wernigerode“, antwortet Lucas Seiboth, der gemeinsam mit seiner Mutter Simone in deren Geschäft in der Steinbrücke neue Angebote präsentieren will. Der Quedlinburger OB ist eingeladen, sie zu entdecken.
Wie das Produkt des Wernigeröder Fleischers liegen noch andere Wurstsorten, Liköre, Käse, Brot und Honig sanft auf Stroh gebettet in drei hölzernen Kisten. Bisher wurden die Produkte in Einkaufskörben angeboten, sagt Lucas Seiboth. „Das waren individuell gepackte Präsente, und es kam immer öfter die Nachfrage, ob wir nicht fertige Geschenke haben, die die Kunden sofort mitnehmen können. Wir haben überlegt: Was kommt aus der Region, was kann die kulinarische Vielfalt gut zusammenfassen, die wir hier im Harz haben?“
Produkte mit Harzer Herkunft werden nach Mottos zusammengestellt
Partner ist die Lebenshilfe Halle, die die Holzkisten anfertigt. 200 Stück wurden produziert, und drin ist, was aus der Region stammt, wobei es nicht um das Label „Typisch Harz“ geht, sondern um das, was im Harz produziert wird und das Seiboths nun unter verschiedene Mottos stellen.
Zum Beispiel als „Picknick-Kiste“ mit einem Brot aus der Quedlinburger Bäckerei Gelbke. „Zweimal die Woche backt er das für uns“, erklärt Simone Seiboth, die in dieser Kiste auch touristisches Potenzial sieht: „Das kann man in Verbindung mit dem E-Bike-Verleih gut im Voraus planen“, überlegt sie. „Ich buche mir ein E-Bike und eine Picknick-Kiste zum Mitnehmen.“
Wir haben überlegt: Was kommt aus der Region, was kann die kulinarische Vielfalt gut zusammenfassen, die wir hier im Harz haben?
Lucas Seiboth
Auch „Süßes, vegetarisch“ wird, speziell zusammengestellt, angeboten. Man könne auch vegan, dafür gebe es genug Produkte. „Aber es sind nur zehn Prozent der Bevölkerung, die vegan leben. Interessiert sind viele, und involviert sind auch viele: Wenn einer in der Familie so isst, dann müssen sich alle ein bisschen anpassen“, sagt die Geschäftsfrau. Einen veganen Senf könne sie anbieten, in den anderen sei Honig enthalten.
Senf wird nach tausend Jahre altem Ottonen-Rezept hergestellt
Hergestellt werden sie nach einer tausend Jahre alten Rezeptur, die auf einem Rezept der Ottonen basiere: „Vor tausend Jahren gab es keinen Zucker, keinen Branntweinessig, man hatte Obstessig, man hatte Honig.“
„Ich komme aus der Rohstoffverarbeitung“, betont sie, „mein Sohn packt alles, was wir herstellen, schön zusammen, und die Mitarbeiter sind sehr engagiert dabei, die Produkte, die aus dem Harz von den kleinen Manufakturen kommen, für uns toll zusammenzupacken. Ich bin bloß der Ideengeber. Sie sind diejenigen, die es weiterentwickeln.“