Schmalspurbahn

Harzer Schmalspurbahn: Störung im Betriebsfunk legt Verkehr teilweise lahm

Harzgerode/Quedlinburg - Seit Sonntagvormittag legte ein technischer Defekt im Betriebsfunknetz die Selketal- und die Harzquerbahn der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) teilweise lahm. Mittlerweile ist die Störung weitestgehend behoben - ab Donnerstag verkehren wieder alle Züge außer dem Triebwagen um 18.09 Uhr von Gernrode nach Harzgerode und um 19.23 Uhr zurück.

Von Benjamin Richter 06.12.2018, 10:36

Wer vorhatte, mit dem Zug ins Selketal zu reisen, musste sich in dieser ersten Wochenhälfte gut informieren, wenn er nicht stundenlang auf dem Bahnsteig warten wollte. Seit Sonntagvormittag legte ein technischer Defekt im Betriebsfunknetz die Selketal- und die Harzquerbahn der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) teilweise lahm. Mittlerweile ist die Störung weitestgehend behoben - ab Donnerstag verkehren wieder alle Züge außer dem Triebwagen um 18.09 Uhr von Gernrode nach Harzgerode und um 19.23 Uhr zurück.

Auf der Selketalbahn fuhr bis Mittwoch nur ein Triebwagen

Ganz anders sah es von Sonntag bis Mittwoch aus: Die Strecke der Selketalbahn wurde nur von einem Triebwagen bedient. Lediglich zweimal täglich konnten Passagiere in Quedlinburg einsteigen. Auf der Harzquerbahn fielen sogar alle Triebwagenverbindungen zwischen Nordhausen und dem Selketal weg.

Am Mittwochnachmittag konnte Heide Baumgärtner, Pressesprecherin der HSB, Entwarnung geben. Schon zuvor hatte sie auf MZ-Anfrage versichert, dass Techniker mit Hochdruck daran arbeiten würden, die Störung zu beheben.

„Die Einschränkungen kommen dadurch zustande, dass der Funk gestört ist“, erklärte sie. Auf der Selketal- und der Harzquerbahn übermittelt die HSB Funksignale, um Weichen und Signale zu stellen.

Auf der Strecke der Brockenbahn wacht zudem ein Computer über den reibungslosen Ablauf - hier ist zusätzlich ein elektronisches Stellwerk im Einsatz. „Für diese Einrichtung haben wir uns entschieden, weil auf dieser Strecke die Zugfolge sehr hoch ist“, erläutert Baumgärtner.

Harzgerodes Bürgermeister Weise ärgert sich über Ausfälle

Die Ausfälle seien im Übrigen im Winter besser zu verkraften als im Sommer: „Im November und Dezember fahren wir ohnehin mit abgespeckten Fahrplänen und befördern nicht Tausende von Gästen.“

Bis Mittwoch hatte der Harzgeröder Bürgermeister Marcus Weise (CDU) nur eine Pressemitteilung der HSB zu der Betriebsstörung bekommen. Die Stadt Harzgerode ist Gesellschafter bei dem Bahnunternehmen. „Diesen eingeschränkten Zustand finden wir bedauerlich und ärgerlich“, stellte der Rathauschef klar.

„Züge fallen aus, während Quedlinburg voller Besucher ist“

Durch den Defekt auf der Schiene war das Angebot für Touristen eingeschränkt, sagte Nico Reischke von der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH (QTM). Als Ansprechpartner für Kurz- und Gruppenreisen sowie Tagesfahrten traf die Betriebsstörung ihn ganz direkt.

„Das ist wieder mal nicht ideal, dass Züge ausfallen, während die Stadt voller Besucher ist“, merkte er an. Auch dass fast ausschließlich die Selketalbahn betroffen war, auf der Reisende in der jüngeren Vergangenheit schon häufiger vergeblich auf den Zug warteten, fand Reischke unerfreulich.

In den vergangenen Jahren fielen immer wieder Verbindungen der Selketalbahn aus. Die Ursache lag oft im Personalmangel - so fehlten etwa im April 2017 Heizer, um die Dampfloks zu betreiben. Ein Jahr später waren es die Zugbegleiter, die die HSB zu wenig hatte (die MZ berichtete). Drei Dampflokomotiven waren zudem nicht einsatzbereit.

(mz)