Harz

Harz: Aus für Buckelpiste

ballenstedt/MZ. - Funken fliegen, Rauch steigt auf, das Zischen eines Schweißgerätes ist deutlich zu hören und in der Luft riecht es verbrannt. Seit Montag laufen die Arbeiten am Bahnübergang in der Hoymer Straße in Ballenstedt auf Hochtouren: Die Firma Spitzke aus dem Raum Teltow-Fläming bei Berlin ist hier mit vier Mitarbeitern dabei, die Gleise herauszuschneiden und die Straße zu ebnen, im Auftrag der Bahn. Eine Umleitung ist ...

Von holger hadinga 11.06.2012, 16:55

Funken fliegen, Rauch steigt auf, das Zischen eines Schweißgerätes ist deutlich zu hören und in der Luft riecht es verbrannt. Seit Montag laufen die Arbeiten am Bahnübergang in der Hoymer Straße in Ballenstedt auf Hochtouren: Die Firma Spitzke aus dem Raum Teltow-Fläming bei Berlin ist hier mit vier Mitarbeitern dabei, die Gleise herauszuschneiden und die Straße zu ebnen, im Auftrag der Bahn. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

Damit geht es einem Dauer-Ärgernis nun endlich an den Kragen: Seit Jahren waren der Stadtverwaltung Ballenstedt Beschwerden über dieses Straßenstück ins Haus geflattert, wo Gleise und tiefe Löcher die Achsen, Stoßdämpfer und Reifen der Fahrzeuge strapazierten. Doch Eigentümer des Übergangs war die Bahn. Nach etlichen Gesprächen und Kontakten sowie einer Rückgabe der Fläche in die Planungshoheit der Kommune stand Anfang Mai fest: Sowohl der Bahnübergang in der Hoymer als auch der in der Badeborner Straße werden saniert.

Begonnen wurden die Arbeiten in der Hoymer Straße mit dem Ausbau der Schienen. "Wenn die Gleise erst einmal heraus sind, ist die Rille rund 20 Zentimeter tief", sagte Harry Schmidt, Polier der Baufirma. Deshalb bekommt der Straßenabschnitt am alten Bahnübergang eine schwarze Deckschicht, also Asphalt. "Die Schwarzdecke ist am Anfang 200 Grad heiß. Sie muss 24 Stunden abkühlen, vor allem in der Nacht", erklärte Schmidt. Bei extrem heißen Sommertagen kann so etwas schon mal länger dauern. Wenn die Schicht trocknet, darf sie nicht befahren werden, weil sonst die Reifenprofile einen Abdruck hinterlassen und der Belag geschädigt werden kann.

Eines ärgert den Polier: die Unvernunft beziehungsweise Uneinsichtigkeit der Autofahrer. Das erlebt Schmidt regelmäßig bei diesen Arbeiten. So auch am Montag, als eine Fahrerin aus dem Harzkreis trotz Straßensperrung den Polier fragte, ob sie den Abschnitt überqueren könne. "Ich bin nicht die Polizei", so seine Antwort. Er habe nicht das Recht, ihr die Fahrt zu verbieten, dürfe es erst recht nicht genehmigen. "Wenn ich es erlauben würde und am Fahrzeug kommt es zu einem Schaden, werde ich wohl möglich noch dafür verantwortlich gemacht", sagte er der MZ.

Nicht nur das Schweißgerät war im Einsatz, vor allem musste ein Atlas-Bagger ran. Der knickte alte hölzerne - und vor allem marode - Laternenmasten wie Streichhölzer um. Sofort kehrte ein Firmenmitarbeiter die Scherben der Lampen zusammen. Auch Beton- und Eisenpfeiler riss der Koloss aus dem Boden. Manche der Pfeiler waren so tief verankert, dass der Bagger hin und wieder in Schieflage geriet. Doch am Ende ging er als Sieger hervor.

Die Arbeiten an der Hoymer Straße werden am Mittwoch, 13. Juni, beendet. Bereits einen Tag später, am Donnerstag, ist die Truppe von Harry Schmidt am alten Bahnübergang an der Badeborner Straße in Ballenstedt am Werk. Dann werden auch dort die Gleise entfernt und die Straße asphaltiert. Laut Polier werden diese Arbeiten bis zum Freitagabend, 15. Juni, dauern.

"Zurückgebaut" wird übrigens nicht nur in Ballenstedt. Auch in der Bahnhofstraße in Ermsleben wird der Bereich des ehemaligen Bahnübergangs saniert.