„Güntersberger Spitzköppe“

„Güntersberger Spitzköppe“: In Güntersberge gibt's das besondere „Rumpelstilzchen“

Güntersberge - Alles beginnt im Gasthaus. Gemeinsam zechend, prahlen der Schreiner und der Schneider, was ihre Töchter doch alles können. Sie setzen dem Dritten im Bunde, dem Müller zu, dass es doch wohl nichts bringt, wenn dessen Tochter nur am Spinnrad sitzt. Das lässt der Müller nicht auf sich sitzen. „Marie, mein Kind, spinnt Stroh zu Gold, auf dass mich nicht der Teufel holt“, behauptet er. Dumm nur, das dies der Schatzmeister des Königs hört, dessen Kassen leer sind. So nimmt das Unheil für die Tochter des Müllers seinen Lauf. Marie wird auf die Güntersburg ...

Von Petra Korn 15.07.2016, 18:06

Alles beginnt im Gasthaus. Gemeinsam zechend, prahlen der Schreiner und der Schneider, was ihre Töchter doch alles können. Sie setzen dem Dritten im Bunde, dem Müller zu, dass es doch wohl nichts bringt, wenn dessen Tochter nur am Spinnrad sitzt. Das lässt der Müller nicht auf sich sitzen. „Marie, mein Kind, spinnt Stroh zu Gold, auf dass mich nicht der Teufel holt“, behauptet er. Dumm nur, das dies der Schatzmeister des Königs hört, dessen Kassen leer sind. So nimmt das Unheil für die Tochter des Müllers seinen Lauf. Marie wird auf die Güntersburg gebracht...

„Rumpelstilzchen auf Güntersberger Art“ heißt das neue Stück der „Güntersberger Spitzköppe“, das an diesem Abend auf dem Festplatz im Limbachtal geprobt wird und hier zum Heimatfest am Sonnabend, 23. Juli, gezeigt werden soll. Mit viel Spaß werden die Szenen geübt, nebenbei Fragen geklärt, wer wo auf der Bühne stehen soll, wobei auch schon mal einer der Akteure eine andere Rolle mit übernimmt. „Bei den Proben müssen wir oft improvisieren. Es ist schwierig, alle unter einen Hut zu bekommen“, sagt Katrin Böttcher. Gehören doch zu den „Güntersberger Spitzköppen“, die in jedem Jahr zum Heimatfest des Ortes im Wechsel ein Märchen oder eine Show auf die Bühne bringen, rund 20 Schauspieler, ebenso viele Mitglieder der Brauchtumsgruppe, die Kinder- und die Prinzengarde des Faschingsclubs sowie die Hexengruppe.

Das Märchenstück voller witziger Ideen stammt auch in diesem Jahr aus der Feder von Katrin Böttcher und Steffi Hartung. Als roter Faden diente den Schwestern das klassische Märchen. „Wir haben viele Sachen drumherum gestrickt“, verrät Steffi Hartung.

Weil es im klassischen Märchen nicht so viele zu besetzende Rollen gibt, wurden noch einige dazuerfunden. So gibt es neben dem Müller eben auch den Schreiner und den Schneider. Und das Maskottchen Günti, das zur 750-Jahr-Feier des Ortes entstand, ist ebenso mit von der Partie wie eine Elfe aus den Harzer Wäldern. „Beide führen durch das Programm“, erklärt Katrin Böttcher.

Überhaupt hat das Stück viel Lokalkolorit: So werden zum Beispiel auch aktuelle Probleme oder Ereignisse im Ort wie in der gesamten Stadt Harzgerode mit einem Augenzwinkern aufgegriffen. Und dem Rumpelstilzchen werden als Ergebnis der Suche nach dessen Namen Güntersberger Spitznamen genannt. „Da werden sich viele wiedererkennen“, sagt Steffi Hartung. Musikalisch begleitet wird die Handlung des Märchens durch die Brauchtumsgruppe, die umgedichtete Lieder präsentiert.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die beiden Autorinnen das gesamte Stück in Reimform geschrieben haben. „Es fällt uns einfach leichter, in Reimform zu schreiben“, sagt Katrin Böttcher. Dennoch, fügt Steffi Hartung mit einem Schmunzeln hinzu, „da haben uns manchmal ganz schön die Köpfe gequalmt“.

Mitte Mai haben die Schwestern mit dem Schreiben begonnen, Ende Mai war das Stück fertig und wurde den „Güntersberger Spitzköppen“ vorgestellt. „Dann sind natürlich Ratschläge gefragt oder besondere Ideen zur Ausgestaltung“, sagt Katrin Böttcher.

Anfang Juni begannen die Proben. Die finden immer freitags auf dem Festplatz statt - und klingen traditionell gemütlich aus, indem zum Beispiel gegrillt wird. (mz)