Stadtentwicklung

1,7 Millionen Euro für neues Sportbad in Quedlinburg

Sportministerin Tamara Zieschang (CDU) übergibt Fördergeld für Neubau in Quedlinburg.

Von Uwe Kraus 14.05.2022, 11:00
Stadtwerke-Chef Eiko Fliege (links)  informiert Sportministerin Tamara Zieschang (CDU)  sowie den  Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Thomas (Zweiter von rechts) und Oberbürgermeister Frank Ruch (Zweiter von links, beide CDU) über die Pläne für das neue Sportbad.
Stadtwerke-Chef Eiko Fliege (links) informiert Sportministerin Tamara Zieschang (CDU) sowie den Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Thomas (Zweiter von rechts) und Oberbürgermeister Frank Ruch (Zweiter von links, beide CDU) über die Pläne für das neue Sportbad. Foto: Uwe Kraus

Quedlinburg/MZ - Sein Großvater, sein Vater und dann er haben am Klitzteich unweit der Lindenstraße in Quedlinburg gebadet, erzählt beim Besuch von Innenministerin Tamara Zieschang (CDU), die auch für den Sport zuständig ist, am Freitagnachmittag der Geschäftsführer der Quedlinburger Stadtwerke und der Bäder GmbH, Eiko Fliege. Nun trägt er die Verantwortung für ein „Herzensprojekt der Quedlinburger“, wie Oberbürgermeister Frank Ruch (CDU) das Bauvorhaben nennt. Die Ministerin bringt 1,7 Millionen Euro aus der Sportstättenförderung des Landes für das künftige Sportbad mit, in dem auf den 25-Meter-Bahnen wieder internationale Schwimmwettkämpfe stattfinden könnten.

Eiko Fliege, seit gut einem Jahr Geschäftsführer der Stadtwerke und der Bäder GmbH, freut sich: „Dieser Freitag, der 13., ist ein Glückstag für uns.“ Das Land greife Quedlinburg schließlich großzügig mit Fördergeldern unter die Arme - vom Ministerpräsidenten über das Finanz- bis zum Innenministerium gebe es Unterstützung, lobt Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Thomas (CDU). So gelinge es, das Freizeitareal wiederzubeleben. Dabei werde der Bereich am Kleers deutlich aufgewertet. Derzeit werde unter der Federführung der Stadt die Lindenstraße als Zufahrt für den Sport- und Erholungsbereich ausgebaut.

„In dieser Größe dürfte das Bauvorhaben derzeit in Sachsen-Anhalt einmalig sein“

„In dieser Größe dürfte das Bauvorhaben derzeit in Sachsen-Anhalt einmalig sein. Wir haben ja auch viele Jahre darum gekämpft. Auch gegen zahlreiche politische Widerstände.“ 2016 erfolgte der Aufstellungsbeschluss für das Sport- und Freizeitgelände. Das Geld aus dem Fördertopf des Innenministeriums, das auch für den Sport den Hut aufhat, fließe nicht in ein Spaßbad, aber man könne auch in solch einem professionellen Sportbad durchaus seinen Spaß haben, meinen die Quedlinburger Politiker.

Eiko Fliege erläutert Ministerin Tamara Zieschang die Pläne der beheizten Anlage, die nach bisherigen Vorstellungen die Badesaison um bis zu vier Monate verlängern könnte. Das Areal rundherum werde Sport, Erholung und Entspannung vereinen. So werde es ein „Warm-up-Becken“, eine Minigolfanlage, den Kinder-Bereich und ein Campingplatz mit Wohnmobil-Stellplätzen geben. Weiterhin stehe das Datum Herbst 2023 für die Fertigstellung des Schwimmbereiches. 2024 soll das gesamte heute beplante Gebiet nutzbar sein. Wer am Klitzteich vorbeikomme, sehe, dass sich bereits an mehreren Stellen die Baumaschinen bewegen. Demnächst solle eine Baubrücke entstehen.

Mühlgraben wird am Sonntag abgefischt

Zu den Vorarbeiten gehöre auch, dass der Mühlgraben abgefischt werde. Das übernehmen zwei Profis aus dem städtischen Angelverein - für Sonntag ist dies geplant. Fliege räumt ein, dass durch die lange Planungsphase heute einige Dinge wie etwa die Beheizung des Wassers im Sportbad unter energetischen Gesichtspunkten neu durchdacht werden müssten.

Innenministerin Tamara Zieschang kann ihren Gastgebern voll zustimmen. „Das ist schon eine große Nummer“, sagt sie. Sie sehe ein Plus des Projektes in der Verbindung von Sport- und kommunaler Städtebauförderung. „Solche Sportbad-Neubauten sind extrem selten.“ Sie freue sich als Ministerin, dass auch die Hilfsorganisationen wie das DRK und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im künftigen Freizeit-, Sport- und Erholungsareal dabei seien.

Sie schaue aber auch aus einem anderen Blickwinkel auf das künftige Sportbad. „Gerade haben wir im Landtag festgestellt, dass die Schwimmbäder im Land stark in die Jahre gekommen sind.“ Es sei nicht allein die Corona-Pandemie, die den Schulsport mit seinem Schwimmunterricht zurückgeworfen habe. Das Schwimmenlernen sei höchst wichtig, denn immer wieder erschütterten Badeunfälle die Menschen im Land, betont die Ministerin.