Thema im Gesundheitsausschuss

Mehr Hilfe für psychisch Kranke im Burgenlandkreis

Welche Maßnahmen zur Unterstützung der Kreis einrichtet.

Von Martin Walter 21.09.2022, 10:07
Der Burgenlandkreis arbeitet an Plänen, Menschen mit psychischen Erkrankungen besser zu unterstützen.
Der Burgenlandkreis arbeitet an Plänen, Menschen mit psychischen Erkrankungen besser zu unterstützen. (Foto: Fabian Sommer/dpa)

Naumburg - Der Burgenlandkreis möchte die Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen stärken und dazu voraussichtlich noch in diesem Jahr einen sogenannten Patientenfürsprecher einstellen sowie einen „gemeindepsychiatrischen Verbund“ schaffen. Dazu ist er laut einem 2020 beschlossenen Landesgesetz auch verpflichtet.

Bei Ersterem soll die Ausschreibung laut Kreisverwaltung in ein bis zwei Wochen starten. Um „Konflikte zu lösen“ soll er eng mit anderen Stellen wie den Patientenfürsprechern der Krankenhäuser zusammenarbeiten und „eigene Sprechstunden über den Landkreis verteilt“ anbieten, sagte die Psychiatriekoordinatorin des Kreises, Cornelia Hoffer, am Montag in der Sitzung des Gesundheitsausschusses.

Wann der „gemeindepsychiatrische Verbund“ gegründet wird, könne indes noch nicht gesagt werden. In ihm sollen sich die relevanten Stellen wie psychiatrische Einrichtungen und die Krankenkassen austauschen und organisieren. Des Weiteren soll eine Arbeitsgruppe für die Kinder- und Jugendarbeit ins Leben gerufen werden. Außerdem bereitet Cornelia Hoffer eine Themenwoche „seelische Gesundheit“ vom 10. bis 20. Oktober vor.

Laut einer Studie der Krankenkasse DAK stieg der Zahl der Fehltage in Sachsen-Anhalt durch psychische Erkrankungen von 2011 zum vergangenen Jahr um rund ein Drittel. Sie waren demnach der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen nach Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.

Auch Johannes Drewitz (Freie Wähler/BfW/LG-Fraktion) meinte im Gesundheitsausschuss, dass aufgrund der aktuellen Krisen „viele gerade einen Knacks bekommen“, sich aber nicht trauen würden, Hilfe zu suchen. Zwar wolle der Kreis sie unterstützen, Amtsärztin Dr. Ina Treu sehe dies aber auch als „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ an und auch „die Arbeitgeber in der Pflicht“.