Nachwuchs im Erlebnistierpark Memleben

Kleiner Superstar Selma

Ein Känguru-Baby schaut aus dem Beutel seiner Mutter heraus. Neuigkeiten gibt es auch bei Zwergmangusten und Graupapageien.

14.04.2021, 16:29

Memleben - Niedlichkeitsalarm im Erlebnistierpark Memleben: Was bereits ab Ende Januar angesichts eines sich immer stärker wölbenden Beutels am Unterleib des Muttertiers zu vermuten stand, ist nun Gewissheit - der Zoo begrüßt ein Känguru-Baby! Vor wenigen Tagen hat das Jungtier erstmals ganz vorsichtig aus dem Beutel seiner Mutter herausgelugt, in dem es seine ersten Lebensmonate verbringt. „Es ist davon auszugehen, dass das Baby sogar noch 2020 zur Welt gekommen ist, denn nach der üblichen Paarungszeit der Kängurus um Oktober und November herum beträgt die Tragzeit lediglich 20 bis 40 Tage“, erläutert Tierpark-Geschäftsführer Uwe Gehrmann.

Dass man von der eigentlichen Geburt nichts mitbekommen habe, liege daran, dass das winzige, höchstens Gummibärchen große Neugeborene sofort in den Beutel seiner Mutter krabbele. „Dort hängt es sich mit dem Maul an eine Zitze, die es während der nächsten zwei bis drei Monate nicht loslässt“, so Gehrmann.

Interesse für Außenwelt

Nun aber ist der Känguru-Säugling mit zunehmender Neugier dabei, ebenfalls die Außenwelt zu inspizieren - wovon sich im Erlebnistierpark hoffentlich bald endlich auch wieder Besucher mit eigenen Augen überzeugen können sollen. Denn eines scheint schon jetzt festzustehen: Mit seinem possierlichen Äußeren wird das junge Beuteltier ganz bestimmt zu den absoluten Lieblingen der Gäste, wenn nicht gar zu einem richtiggehenden kleinen „Superstar“ avancieren. „Bislang hatten wir in unserem Känguru-Bestand keine individuellen Namen vergeben. Aber weil besondere Umstände ja schließlich besondere Maßnahmen erfordern, haben wir das Baby jetzt Selma getauft“, so der Tierpark-Chef schmunzelnd. „Das ist einfach ein fetziger Name, der zudem so richtig gut passt: Schließlich leitet er sich vom keltischen Wort ’Selma’ her. Das bedeutet so viel wie schöne Aussicht, also genau das, was unsere Selma gegenwärtig vom Beutelrand aus genießt.“

Zahlreiche Zuchterfolge

Selmas Geburt ist ein weiteres Glied in der Kette an Zuchterfolgen, die Uwe Gehrmann und seine Tierpfleger auf ihrer 2016 mit dem Tierschutzpreis Sachsen-Anhalt ausgezeichneten, begehbaren Känguru-Anlage erzielt haben. Doch auch an anderer Stelle hat sich im Tierbestand des Parks in den zurückliegenden Monaten etwas getan. „Bereits im September des Vorjahres haben wir aus der Zoom-Erlebniswelt, dem ehemaligen Ruhr-Zoo in Gelsenkirchen, eine neue Zuchtgruppe mit vier dort im Mai 2020 geborenen Zwergmangusten übernommen“, erklärt Uwe Gehrmann. Zwergmangusten seien praktisch „Erdmännchen in Klein“ und kämen mindestens ebenso süß und quirlig wie diese daher.

Mit großer Freude blickt man im Memlebener Zoo auch auf die Ankunft von „Coco“. Dabei handelt es sich um ein Kongo-Graupapageien-Männchen. Denn damit bekommt Lilo, Memlebens eigenes Graupapageien-Weibchen, nun endlich wieder einen Partner an die Seite gestellt.

Zwei große Hoffnungen

„Lilos bisheriger ’Mann’ ist nämlich 2020 verstorben, so dass ihre Eier, die sie im Vorjahr immerhin erstmals bebrütete, unbefruchtet und somit nicht entwicklungsfähig blieben. Vielleicht stellt sich ja nun in der neuen Konstellation Graupapageien-Nachwuchs bei uns ein“, äußert Uwe Gehrmann seine große Hoffnung, die nur noch von derjenigen nach einer baldigen Möglichkeit zum Wiedereröffnen des Erlebnistierparks übertroffen wird. (Andreas Löffler)