Tauben am Busbahnhof Merseburg

Tauben am Busbahnhof Merseburg: Neues Mittel gegen die „Ratten der Lüfte“

Merseburg - Neues Mittel gegen „Ratten der Lüfte“ am Merseburger Busbahnhof zeigt erste Erfolge. Welche Vorteile die Abwehrmaßnahme noch hat.

Von Undine Freyberg 10.11.2017, 07:00

In Sachen Taubenplage am Merseburger Busbahnhof scheint sich etwas zu tun. „Es sieht tatsächlich so aus, als könnten wir erste Erfolge verzeichnen“, sagte der zuständige Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes, Gerd Heimbach, auf Anfrage der MZ.

Dort, wo die Tauben unter dem Dach des Busbahnhofs saßen und sich selbst von Metallspießen nicht haben abschrecken lassen, sind kaum noch Tiere zu sehen. Der Grund: Die Stadt hat dort ein Mittel aufgebracht, dass zur Vertreibung der Tauben führt.

„Nopaloma“ ist ein sofort wirksamer und hocheffektiver Tauben-Schutz

„Nopaloma“, so der Name des Mittels, ist laut Herstellerangabe ein sofort wirksamer und hocheffektiver Tauben-Schutz. Auf den behandelten Flächen fühlen sich die Tauben nicht wohl, fliegen angeblich sofort weg und kommen nicht wieder. „Nopaloma“ hafte auf allen Materialien, sei transparent und beeinträchtige daher nicht das optische Erscheinungsbild von Gebäuden. Vor allem sei das Mittel nicht giftig.

„Die Tauben mögen dieses gelartige Mittel offenbar nicht, das wir da zwischen den Metallspießern aufgebracht haben“, so Heimbach. Dieses Mittel einzusetzen, sei vor allem eine finanziell sehr günstige Möglichkeit der Taubenabwehr. „Wenn wir alles mit Netzen bespannen würden, hätte uns das rund 18.000 Euro gekostet. Mit dem jetzt verwendeten Mittel liegen wir bei rund 2.000 Euro.“ Vermutlich müsse das Mittel nach einiger Zeit erneuert werden. „Aber jetzt wollen wir erst mal sehen, wie es funktioniert“, sagt Heimbach.

Nachbargebäude des Busbahnhofs haben ein Problem mit Tauben

Zwar sieht man jetzt am Busbahnhof weniger Tauben, dafür haben allerdings die Nachbargebäude des Busbahnhofs ein Problem. Denn jetzt sitzen die sogenannten Ratten der Lüfte auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses der Gebäudewirtschaft, auf dem Bahnhofsgebäude und auf dem benachbarten Wasserturm. Der war zwar einst durch die Bahn taubendicht gemacht worden. Mittlerweile haben sich die Tiere den Turm aber teilweise zurückerobert.

Die Stadt Merseburg hatte Mitte September bei einer Taubenabwehr- und Reinigungsaktion die Hinterlassenschaften der Tiere beseitigt und den vollgekoteten Wartebereich des Busbahnhofes gereinigt. Damals hatte es geheißen, dass man auch Lebendfallen aufstellen, die Tiere einfangen, betäuben und töten wolle, was zu einem Aufschrei bei der Tierrechtsorganisation Peta führte. Solche Pläne verstießen gegen das Tierschutzgesetz, so Peta und drohte mit Klage. (mz)