Kreisvolkshochschule Saalekreis

Kreisvolkshochschule Saalekreis: Deutschlehrer gesucht

Merseburg - Die Dozenten an der Kreisvolkshochschule haben mit Alphabetisierungs- und Integrationskursen alle Hände voll zu tun. Wobei sie Hilfe brauchen.

Von Melain Van Alst

Die Hand von Angelika Lucka fliegt über die Tafel, zweimal hier und zweimal da tippt sie mit der Fingerspitze auf und schon öffnen sich die Arbeitsblätter, in die die Dozentin gleich die richtigen Antworten eintragen kann. Für sie ist der Unterricht mit diesen elektronischen Tafeln ein Luxus und es erleichtert ihr ihre eigentliche Arbeit. Zusammen mit sechs weiteren Dozenten gibt Angelika Lucka Alphabetisierungs- und Integrationsunterricht an der Kreisvolkshochschule (KVHS) im Saalekreis. Doch die Zahl der Dozenten reicht nicht und so wünscht sich KVHS-Leiterin Melanie Peter noch Unterstützung. „Wir haben mehr Nachfrage als Fachkräfte.“

Die Kurse richten sich an Flüchtlinge, aber nicht nur, wie KVHS-Bildungsmanagerin Deborah Violette erklärt. Alle Zugezogenen aus anderen Ländern können mit einem entsprechenden Schein vom Jobcenter diese Kurse besuchen. Der Integrationskurs umfasst 600 Stunden und der Alphabetisierungskurs 900 Stunden. Das heißt, mehrere Stunden am Tag pauken die Schüler mit den Dozenten in den Räumen der KVHS.

Volkshochschule Saalekreis: Herausforderung, den Unterricht für alle gleichermaßen anspruchsvoll zu gestalten

Die Herausforderung für Angelika Lucka und Kollegin Maika Hagino ist dabei, den Unterricht für alle gleichermaßen anspruchsvoll zu gestalten, obwohl die Teilnehmer unterschiedliche Voraussetzungen haben. So treffen die Dozentinnen auf jene Menschen, die selbst in ihrer Heimat keine Schule besucht haben oder aus anderen Gründen Analphabeten sind, andere wiederum haben eine gute Ausbildung genossen und lernen die Sprache deutlich schneller.

Angelika Lucka ist ausgebildete Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. „Ich machen diesen Job seit 1979 und gehe darin auf.“ Der Umgang mit den Menschen und beobachten zu können, wie sie sich entwickeln und Erfolge erzielen, treibe sie an. „Die Menschen, die zu uns kommen, haben eine hohe Motivation und wollen die Sprache lernen.“ Dennoch sei das Lernen einer neuen Sprache in einer neuen Umgebung auch mit Schamgefühl verbunden, pflichtet ihr Maika Hagino bei. Schön sei es dann zu sehen, wenn sich die Gruppen mit verschiedenen Nationalitäten in der Pause zum ersten Mal auf Deutsch unterhalten oder wenn sich die Teilnehmer in Gruppen mit gleicher Nationalität unterstützen. „Wir erleben einen sehr respektvollen Umgang“, sagt Hagino.

Volkshochschule Saalekreis: Dozentinnen gehen in ihrem Job auf

Beide Dozentinnen gehen in ihrem Job auf. Nun hofft KVHS-Leiterin Melanie Peter mindestens ein oder zwei zusätzliche Dozenten zu finden, die das Team unterstützen. „Es wurde ja vorausgesagt, dass der Bedarf an diesen Kursen sinken würde, aber wir spüren davon noch nichts.“ Vielmehr gebe es mehrere Monate Wartezeit, weil die Kurse ausgebucht seien. Mit acht bis zehn permanenten Dozenten könne man zwar gerade so den aktuellen Plan abdecken, doch im vergangenen Jahr haben zwölf Dozenten den Unterricht und damit auch mal Urlaubs- und Ausfallzeiten abdecken können.

Tatsächlich müssen die Dozenten auch eine gewisse Ausbildung im Bereich Deutsch als Fremdsprache und Alphabetisierung haben. Zwar können gewissen Zusatzkurse besucht werden und auch die Erfahrung ist entscheidend. Informationen dazu gibt auch die KVHS. (mz)