Immobilienpreise im Saalekreis

Immobilienpreise im Saalekreis: Wo kostet Wohnen wenig und wo viel

Merseburg - Immobilienpreise kennen derzeit nur einen Trend: nämlich nach oben. Das geht aus einer Veröffentlichung des Immobilienverband Deutschland hervor. Auch im südlichen Saalekreis ist diese Tendenz „absolut sicher“, wie Immobilienmakler André Schäfer aus Merseburg ...

Von Sophie Elstner 04.11.2016, 08:00

Immobilienpreise kennen derzeit nur einen Trend: nämlich nach oben. Das geht aus einer Veröffentlichung des Immobilienverband Deutschland hervor. Auch im südlichen Saalekreis ist diese Tendenz „absolut sicher“, wie Immobilienmakler André Schäfer aus Merseburg sagt.

Vor allem bei landwirtschaftlichen Grundstücken seien die Preise in wenigen Jahren um etwa 50 Prozent gestiegen. „Mittlerweile ist das wirtschaftlich fast nicht mehr darstellbar“, weiß der Fachmann.

Baugrundstücke in der Region

Bei Baugrundstücken in der Region sei die Situation grundsätzlich nicht ganz so akut. Da vor allem in Merseburg in der letzten Zeit viele leerstehende Gebäude abgerissen wurden, sind Preise für Baugrundstücke in normaler Wohnlage relativ stabil. „Mit zehn bis 15 Prozent gibt es in diesem Sektor nur einen leichten Anstieg“, erklärt Schäfer. In besseren Lagen ziehen die Preise allerdings deutlich schneller an. „Grundstücke in Seenähe sind zum Beispiel kaum lieferbar, da nehmen Kunden die höheren Preise auch in Kauf.“

Allerdings gibt es in Merseburg auch Bauland, das schon für 50 oder 60 Euro zu haben ist - und in ländlichen Gebieten liegt der Kaufpreis häufig noch darunter. Gerade in Richtung Querfurt, in Ortschaften wie Milzau oder Klobikau, könne man zu guten Konditionen Bauland oder Häuser erwerben.

Manche Regionen schwer zu vermarkten

Doch der Fachmann weiß: „Diese Regionen sind ganz schwer zu vermarkten, denn dort gibt es keine Industrie und kaum Arbeitsplätze.“ Das Gebiet von Querfurt in Richtung Freyburg sei fast Niemandsland, während in der Region um Bad Lauchstädt und Teutschenthal die Immobilienpreise steigen. Deutliche Entwicklungen gibt es auch im Bereich der Eigentumswohnungen: „Die Trend geht zum Kauf“, erklärt Schäfer.

Häufig würden Immobilien als Altersvorsorge genutzt. Doch vor allem werden im Moment Einfamilienhäuser in höheren Preisklassen gesucht, die entweder saniert oder neu gebaut sind. „Die Preise sind hier um mehr als 25 Prozent angestiegen“, weiß Schäfer. Im Moment sind besonders Mehrfamilienhäuser in guten Lagen gefragt. „In Merseburg ist da zur Zeit gar nichts zu haben“, sagt der Fachmann. „Und wenn, dann sind sie tatsächlich innerhalb weniger Tage verkauft. Das geht sogar schneller, als bei Einfamilienhäusern.“

Landflucht seit etwa drei Jahren

Nach Angaben des Fachmanns ist auch die sogenannte Landflucht seit etwa drei Jahren deutlich spürbar. Viele Menschen aus der Region arbeiten in den großen Städten Halle und Leipzig, wohnen aber auf dem Land oder in den kleineren Städten. „Von Merseburg nach Leipzig werden Häuser und Grundstücke von Meter zu Meter teurer. In Günthersdorf sind zum Beispiel keine Baugrundstücke mehr verfügbar.“ In Leipzig seien die Grundstückspreise so hoch, dass man für ein normalgroßes Stück Land locker 200.000 Euro bezahlen könnte. „In Merseburg steht für das selbe Geld dann schon ein Haus auf dem Grundstück“, so Schäfer.

Laut dem Fachmann besteht schon längst die Gefahr einer sogenannten Immobilienblase. Hier steigen vor allem in Ballungsgebieten die Wohnungspreise, doch die Löhne steigen nicht so schnell an. Folglich fehlt bezahlbarer Wohnraum. Schäfer vermutet, dass es in Halle und Leipzig „schon passiert ist. Die Immobilienpreise dort grenzen fast an Irrsinn.“ (mz)