„Kultur ist für alle da“

Ein viertes Kunstsandwich in der Domstrassengalerie in Merseburg

Unter freiem Himmel können in Merseburg ab sofort noch mehr Bilder betrachtet werden. Die neuesten stammen vom Leipziger Roland Borchers.

Von Diana Dünschel 26.07.2021, 12:03
Die Domstraßengalerie in Merseburg ist Freitagnachmittag erneut erweitert worden.
Die Domstraßengalerie in Merseburg ist Freitagnachmittag erneut erweitert worden. (Foto: Diana Dünschel)

Merseburg/MZ - Seit 2017 gibt es die Merseburger Domstraßengalerie, also großformatige Kunst unter freiem Himmel in vier Metern Höhe. Seit Freitag sind aus bisher drei nun vier Exponate von zwei mal 1,50 Metern geworden.

Die neueste, wieder beidseitig gestaltete Hängung stammt vom Künstler Roland Borchers aus Leipzig. Seine Bilder wurden mit musikalischer Umrahmung ebenfalls aus Sachsen und unter den Blicken zahlreicher Gäste der ungewöhnlichen Vernissage an den Befestigungsseilen zwischen den Hausfassaden angebracht. Der städtische Bauhof stellte die Technik dafür. Andreas Dorn, Vorsitzender des Vereins Kunsttanke als Initiator der Aktion, kündigte gleich eine weitere Fortsetzung an. Die soll es ihm zufolge schon nächstes Jahr geben. Gespräche mit den betroffenen Hauseigentümern laufen wohl bereits.

„Kultur ist für alle da“

„Kultur ist für alle da“, meinte der städtische Kulturamtsleiter Martin Wolter in seiner Ansprache. Während der Coronapandemie habe alles an Ausstellungsflächen schließen müssen. Nur die Merseburger Domstraßengalerie sei immer zu sehen gewesen. Er würdigte die Aktion als Bereicherung für die Innenstadt und hoffte, dass sie weiter Merseburger wie Touristen anlockt.

„Auf dem Weg zur Kunst durch die Kunst, das ist eine schöne Idee“, lobte der Maler und Grafiker Roland Borchers mit Blick auf den nahe gelegenen 1.000-jährigen Dom, der 2021 Weihejubiläum feiert. Das und die Art und Weise, wie hier Kunst präsentiert werde, habe ihn zum Mitmachen bewogen. Der 1958 geborene Leipziger, der Malerei studierte und bereits seit 1985 seine Werke in verschiedensten Ausstellungen zeigte, hat seine Bilder für Merseburg im Rahmen für ihn wichtiger Serien gestaltet. Eine heißt „Vincent träumt“ und ist seine Hommage an Vincent van Gogh. Die zweite mit dem Titel „Die innere Archäologie“ beschäftigt sich mit den inneren Formen und Mustern eines Menschen.

Nun sei er voll gespannter Erwartung, was Wind und Wetter mit seiner Kunst machen und wie sie vielleicht auch in seine Kunst eingreifen, sagte Roland Borchers. Er habe zwar auf beide Bilder, die wie ein Sandwich aneinandergeklebt seien, eine Firnis angebracht. Doch er wisse natürlich, dass Regen, Wind, aber auch die verschiedene Sonneneinstrahlung die Malereien oder zumindest den Blick auf sie verändern können.