Einrichtung wurde generalüberholt

Das bietet die „Zwergenhäuschen“-Kita in Merseburg-Süd nach der Sanierung ihren Kindern

Die Kita „Zwergenhäuschen“ soll bald wieder öffnen. An dem Gebäude wurde so einiges saniert.

Von Robert Briest
Die Rutsche ist zwar praktisch. Nach Baurecht muss dennoch eine Fluchttreppe her. Die kommt im Herbst.
Die Rutsche ist zwar praktisch. Nach Baurecht muss dennoch eine Fluchttreppe her. Die kommt im Herbst. Fotos: Robert Briest

Merseburg/MZ - An Farbigkeit mangelt es dem „Zwergenhäuschen“ in Merseburg-Süd wahrlich nicht. Die Flure und Raumwände sind vorrangig in Gelbtönen gestrichen. Der Fußboden wartet mit kräftigem Orange auf. Die Fassade ist grau, jedoch mit reichlich pastellfarbenen Flächen durchsetzt. Was der Kita derzeit allerdings noch fehlt, das sind die Kinder.

Während die kleinen Krippenkinder derzeit im Dorfgemeinschaftshaus in Beuna untergekommen sind, befinden sich die Über-Dreijährigen in der Kita „Am Weinberg“. Erst im September sollen alle zurückkehren – in ein dann generalüberholtes Haus.

Sandkästen erneuert und Fluchtwege angepasst

„Wir haben voriges Jahr im August angefangen. Jetzt sind wir bis auf Kleinigkeiten fertig“, berichtet Michael Gehlauf, der das Projekt für die Stadt betreut. Lediglich der gepflasterte Bereich des Außengeländes samt den Sandkästen soll im Herbst noch überarbeitet und auf das Höhenniveau der Kita angeglichen werden. In diesem Zuge würde dann noch ein Treppenturm als zweiter Fluchtweg von der breiten Terrasse im Obergeschoss angebaut werden.

Von der führt zwar bereits eine Rutsche nach unten, die im Zweifelsfall helfen würde, aber nach Baurecht in Sachsen-Anhalt nicht als Fluchtweg zulässig ist. Auch innen hat die Stadt in den Brandschutz investiert, etwa indem das Treppenhaus eine neue Wand erhalten hat und neue Türen eingesetzt wurden. Es gab jedoch noch zwei andere Schwerpunkte der Sanierung. Der eine ist die Erweiterung der Kapazität.

Photovoltaik auf dem Dach liefert rechnerisch genug Strom für die Kita.
Photovoltaik auf dem Dach liefert rechnerisch genug Strom für die Kita.
Briest

Energetische Sanierung: Gebäude eine neue Wärmedämmung

Dies sei Voraussetzung gewesen, um die knapp 470.000 Euro Fördermittel aus dem Bundesprogramm „U6“ zu erhalten, erklärt Ulrich Kamm, Sachgebietsleiter Hochbau der Stadt. Insgesamt verbaut Merseburg im „Zwergenhäuschen“ eine gute Million Euro. Dafür kann das Haus dann knapp 80, also zehn Kinder mehr als bisher, aufnehmen. Dafür wurde im Obergeschoss ein neuer Gruppenraum geschaffen.

Der zweite Schwerpunkt war die energetische Sanierung. So erhielt das Gebäude eine neue Wärmedämmung. Sonnenrollos auf der Südseite sollen im Sommer ein Aufheizen verhindern, Photovoltaikanlagen auf dem Dach Strom liefern. „Die PV-Anlage ist so ausgelegt, dass sie rechnerisch den kompletten Strombedarf der Kita decken kann“, erklärt Gehlauf. Da es allerdings Phasen gibt, in denen die Sonne stärker, und andere, in denen sie gar nicht scheint, wird die Kita in der Praxis Teile des Stroms ins Netz einspeisen beziehungsweise einkaufen müssen.

Lastenaufzug für Geschirr-Transport und ein Kinderrestaurant

Auch die Heizungsanlage und die Wasserversorgung des Hauses hat die Stadt erneuern lassen. In den Sanitärbereichen findet sich jetzt ein Mix aus Alt und Neu. Komplett frisch ist dagegen das Kinderrestaurant im Erdgeschoss. „Das war früher ein Lagerraum“, erklärt Gehlauf. Die benachbarte Küche wurde verkleinert, eine Durchreiche geschaffen.

Beide Räume warten mit zwei Highlights auf: Von der Küche fährt ein alter Lastenaufzug ins Obergeschoss, mit dem die Mitarbeiterinnen etwa Geschirr transportieren können, ohne die Treppe nutzen zu müssen. Das Kinderrestaurant wiederum hat eine spezielle Akustikdecke, die Schall absorbiert. Der Effekt ist deutlich hörbar: Während die übrigen leeren Räume hallen, ist im Restaurant ein Gespräch in bester Klangqualität möglich: „Wenn wir könnten, würden wir eine solche Decke in allen Schulen und Kitas einbauen“, schwärmt Sachgebietsleiter Kamm. Nur leider sei sie sehr teuer.