Geflüchtet nach Aken

„Sie kommen langsam an“: Kita „Borstel“ in Aken hat fünf ukrainische Kinder aufgenommen

Dank einer ukrainischen Erzieherin gibt es eine geringere Sprachbarriere.

Von Jessica Vogts Aktualisiert: 13.05.2022, 14:24 • 13.05.2022, 13:00
Kitaleiterin Nicole Scheumann (links) und Oxsana Kutschai (Mitte)  spielen mit den ukrainischen Kindern im Garten.
Kitaleiterin Nicole Scheumann (links) und Oxsana Kutschai (Mitte) spielen mit den ukrainischen Kindern im Garten. (Foto: Ute Nicklisch)

Aken/MZ - Die eigene Heimat, sein Zuhause verlassen - für viele Menschen aus der Ukraine ist das derzeit bittere Realität. Besonders für Kinder ist das alles schwer zu verstehen. Plötzlich sind sie einem fremden Land, können die Sprache weder verstehen noch sprechen. Wie kommen sie damit klar?

In der Kindertagesstätte „Borstel“ in Aken befinden sich momentan fünf ukrainische Kinder. Am Anfang war das alles mit viel bürokratischem Aufwand verbunden. „Der Essensanbieter musste informiert werden. Stühle, Tische und auch Schlafsäcke für jedes Kind wurden benötigt“, berichtet Kitaleiterin Nicole Scheumann.

Aber alle haben sich sofort bereit erklärt, zu helfen. Und so stand der Ankunft der neuen Kinder nichts mehr im Wege. „Auch unsere Kinder haben sich schon gefreut und ständig gefragt, wann sie denn nun endlich kommen“, erinnert sie sich. Der erste Eingewöhnungstag war dann am 28. März.

Noch in der Eingewöhnungsphase

Einige Wochen sind seither vergangen. „Sie kommen langsam an, fühlen sich wohl, befinden sich aber immer noch in der Eingewöhnungsphase“, erklärt Kitaleiterin Nicole Scheumann. Großes Glück hat die Kita mit Erzieherin Oxsana Kutschai, die selbst aus der Ukraine kommt, die Sprache spricht und so zwischen den Kindern, Erziehern und Eltern vermitteln kann. „Sie ist natürlich nicht rund um die Uhr da. Manchmal hilft auch einfach der Google-Übersetzer“, gesteht die Kitaleiterin. Und auch mit Händen und Gesten wird sich verständig, etwa wenn es Zeit für den Mittagsschlaf ist. Die Kinder hätten sich mittlerweile auch einige Gestiken selbst angeeignet und kommunizieren so untereinander. Ansonsten versucht man sich auch über Bilder zu verständigen. „Aber ich spreche auch Deutsch mit dem Kind in meiner Gruppe. Das kommt auch gut an und sie versteht schon einiges“, berichtet Oxsana Kutschai. Die ukrainischen Kinder hier in der Kita „Borstel“ sind allesamt im Alter von vier bis sechs Jahren.

Vor allem an das Essen müssen sich die Kinder erst einmal noch gewöhnen

Anderes Land, andere Gewohnheiten. So ist das auch in einer Kindertageseinrichtung. Vor allem an die Essen müssen sich die Kinder erst einmal noch gewöhnen. „Bei uns in der Ukraine gibt es in der Kita immer eine Suppe und eine warme Mahlzeit zum Essen. Hier gibt es nur entweder oder“, erklärt Kutschai. Grießbrei oder Milchreis, was es hierzulande gerne auch als Mittagessen gibt, kennt man so auch nicht als Essen am Mittagstisch. Frühstück dagegen klappe sehr gut. „Schnittchen essen sie gerne“, erklärt Kutschai.

Aber das sei „alles eine Frage der Zeit“, ehe sich die Kleinen an die neue Umgebung und ihre Eigenheiten gewöhnt haben. In der Zeit frischen alle Erzieher im Übrigen auch gleich mal ihre Russischkenntnisse mit auf, um wenigstens einzelne Wörter zu können.

Bei strahlendem Sonnenschein am Dienstagnachmittag schienen die Kinder zumindest angekommen. Mit den anderen tobten sie durch die Gegend und ärgerten hin und wieder ihre Erzieherinnen. Mit fünf ukrainischen Kindern ist die Kita „Borstel“ derzeit gut bedient.

Einige Krippenkinder sind in der Kita „Pittiplatsch“ untergebracht. Aber erwartungsgemäß können das in den kommenden Wochen und Monaten auch noch mehr werden. „Die nächsten zwei Kinder stehen schon auf der Warteliste, aber wir überschreiten auch langsam die Kapazitätsgrenze“, weiß Scheumann. Aber auch dafür, ist sie sich sicher, wird sich eine Lösung finden.