Schlossfest in Köthen

Schlossfest in Köthen: Nachwuchstalente vom Gymnasium und ein farbenfrohes Programm

Köthen - Nicht nur die Flugträumer mit ihrer Show und die Handwerker begeistern das Publikum. Auch Gymnasiasten und Nachwuchsmusiker erhalten viel Beifall.

Von Karl Ebert 03.09.2018, 13:23

Sie sind zwischen zwölf und 14 Jahre und schon so cool. Die Rede ist von den Schülern der Klassen 5 bis 7 des Köthener Ludwigsgymnasiums, denen am Sonnabend die Ehre zuteil wurde, mit ihrem Literaturzirkel den Eröffnungsbeitrag auf der Bühne des Schlosshofes zu bestreiten.

Mit ihrem Stück „Der eingebildete Kranke“ unterhielten sie die immer dichter werdenden Reihen der Besucher auf lustige Art und Weise. Klar in der Sprache und teilweise schon mit tüchtig schauspielerischem Talent ausgestattet, forderten sie zu Recht den Beifall der Gäste heraus.

Insgesamt elf Mädchen und Jungen gehören zu dem kleinen Ensemble, das im Laufe des letzten Schuljahres zwei Stücke einstudiert hat, wie von der Leiterin des Zirkels, Astrid Oestreich, zu erfahren ist. „Immer dienstags in der siebten und achten Stunde proben wir.

20 jungen Musiker des Ensembles „Saitenwind“ von der Musikschule auf der Bühne

Zu unserem Programm gehören auch Improvisation und Sprechübungen“, sagt sie. Es war nicht der erste Auftritt der Gymnasiasten. Sie haben sich bereits vor zwei Jahren beim Schlossfest vorgestellt, hatten einen Auftritt im Salzlandtheater Staßfurt und beim historischen Kinderfest. Seit diesem Jahr können auch Schüler der achten Klasse zum Zirkel stoßen. Und ab der neunten Klasse gibt es ab diesem Schuljahr den neuen Zirkel „Darstellendes Spiel“, wo dann auch die älteren Schüler ihr Talent beweisen können.

Doch nicht nur der Zirkel des Ludwigsgymnasiums hielt an diesem Nachmittag die Farben der Bachstadt hoch, sondern auch die 20 jungen Musiker des Ensembles „Saitenwind“ von der Musikschule. Mit der Premiere ihres Filmmusikprogramms ernteten sie trotz Verzögerung und unfreiwilliger Pause mehr Beifall als viele andere Künstler.

Oder gerade deshalb. Sie schlugen einen musikalischen Bogen durch Filmklassiker wie „Titanic“, „Moonriver“, die Hobbit-Trilogie, die Winnetou- und James-Bond-Melodien bis hin zu „Tribute of Panem“ und „Fluch der Karibik“.

Bachfesttage-Chef Folkert Uhde lädt alle Musiker und Gäste auf der Bühne in die Schlosskapelle ein

Rund um den Auftritt von „Saitenwind“ passierte die einzige kleine Panne des Nachmittags. Da klappte der schwierige Spagat zwischen zeitlich eng getakteten Veranstaltungen, für die Eintritt bezahlt werden muss, und kostenfreien nicht.

Weil die „Flugträumer“ beim Warmmachen für ihr erstes Programm ein wenig Zeit verschluderten und etwas zu lange spielten, verzögerten sich die übrigen Programme. Und so mussten die Musikschüler nach drei Titeln unterbrechen, weil damit gleichzeitig in der Schlosskapelle ein Sonaten-Kurzkonzert gestört worden wäre.

Bachfesttage-Chef Folkert Uhde zögerte nicht lange, lud die jungen Musiker und alle Besucher, die vor deren Bühne saßen, in die Schlosskapelle ein. Anschließend durfte „Saitenwind“ sein Programm fortführen. Sehr zur Freude des Publikums und dieses Mal auf Kosten der „Flugträumer“, die vor ihrem zweiten atemberaubenden Auftritt etwas mehr Zeit zum Aufwärmen hatten.

Auch die vielen Handwerksstände fanden ihre Besucher

„Auf Festivals gibt es nun einmal Verzögerungen. Das ist normal. Dafür haben unsere jungen Musiker aber auch ein Konzert in der Schlosskapelle erleben dürfen, von dem sie noch lange schwärmen werden“, sagte „Saitenwind“-Leiterin Regina Baufeld.

Doch nicht nur die Bühne im Schlosshof war dicht umlagert, auch die vielen Handwerksstände fanden ihre Besucher. Eine reisige Menschentraube versammelte sich immer dann, wenn Alexander Heß aus Jeebel bei Salzwedel demonstrierte, was man alles aus Grünholz drechseln kann und am Ende seiner Vorstellung mit einem Augenzwinkern um „ein paar Taler“ bat, um sich etwas zu essen kaufen zu können.

Doch auch bei Kupferschmied Herbert Bauer, dem Köthener Sackpfeifenmacher Steffen Fischer und Büstenmacher Michael Matthes aus Bernburg schauten an diesem Nachmittag ebenso viele Schlossfest-Besucher vorbei, wie bei der Fruchtbringenden Gesellschaft oder dem Malzirkel FK am Theater Köthen. (mz)