Smartmob statt Flashmob in Köthen

„Olympia ja, Vereinssport nein“ - Köthens Sportler mit stillem Protest auf dem Marktplatz

Von Doreen Hoyer
Köthens Sportler haben genug.
Köthens Sportler haben genug. (Foto: Nicklisch)

Köthen - Fünf stille Minuten sollten es am Sonnabendnachmittag auf dem Köthener Markt werden. Aber so ganz still konnte Steffen Reisbach dann doch nicht sein - zu wütend ist er. Wütend über das, was derzeit mit Sportlern und Vereinen passiere, sagt er. Geschlossene Sportstätten, ausfallendes Training, sinkende Mitgliederzahlen: Die Corona-Beschränkungen machten viel kaputt.

Darauf wollten Reisbach und circa 20 Mitstreiter am Sonnabend aufmerksam machen mit einem „Smartmob“ - quasi der politischen Variante eines „Flashmobs“, bei dem sich nach Verabredung eine Gruppe von Leuten zu einer Aktion auf öffentlichem Raum trifft.

In diesem Fall nun hielten Mitglieder des Köthener Sport Vereins (KSV) und des Cöthener Fußballclubs (CFC) Schilder hoch, auf denen beispielsweise zu lesen war „Warum dürfen Profis spielen und wir nicht?“ oder „Olympia ja, Vereinssport nein“. Auch die Sanitätsschule Raymond Schulz war vertreten und protestierte gegen Privatisierung und Gewinnstreben in der medizinischen Versorgung.

„Wir verleugnen das Virus nicht“, so Reisbach. Aber besonders Kinder in den Vereinen seien die Leidtragenden und darauf wollten er und seine Mitstreiter aufmerksam machen. Damit die Aktion nicht von politischen Gruppierungen gekapert werde, habe man extra darauf verzichtet, sie vorher groß bekannt zu machen. Die Botschaft, so Reisbach, werde auch bei einer eher kleinen Gruppe auf dem Markt deutlich.