Religöse Pilgerreise

Mit Luther zu Franziskus: Köthener Pfarrer Martin Olejnicki und seine Begegnung mit dem Papst

Pfarrer Martin Olejnicki und Kirchenmusiker Florian Zeller sind mit weiteren Christen bei einer Pilgerreise in Rom. Die Audienz beim Papst bleibt unvergessen.

Von Stefanie Greiner 31.10.2021, 14:00
Auf dem Lutherplatz in Rom erleben die Teilnehmer der Pilgerreise eine Andacht.
Auf dem Lutherplatz in Rom erleben die Teilnehmer der Pilgerreise eine Andacht. (Foto: Martin Olejnicki)

Köthen/Rom/MZ - Diesen Moment wird Martin Olejnicki nicht vergessen. „Ich saß mit in der Prima Fila und der Papst hat uns im Anschluss allen die Hand gereicht. Aus solcher Nähe ein beeindruckender Mensch mit viel Charisma“, erzählt der Pfarrer aus Köthen nach der Audienz bei Papst Franziskus, die er aus der ersten Reihe, der Prima Fila, verfolgen durfte.

Christinnen und Christen aus Mitteldeutschland sind derzeit für eine einwöchige ökumenische Pilgerfahrt in Rom

Rund 500 evangelische und katholische Christinnen und Christen aus Mitteldeutschland sind derzeit für eine einwöchige ökumenische Pilgerfahrt in Rom. „Besser alle zusammen“, so lautet das Motto der Reise. Das hatte Papst Franziskus mit einer Aussage einst selbst angeregt. Als er gefragt worden war, wer besser sei, evangelische oder katholische Christen, antwortete das Kirchenoberhaupt: Besser seien alle zusammen.

Vor fünf Jahren war die Pilgerreise „Mit Luther zum Papst“ zum ersten Mal gestartet. Mehr als 1.000 Jugendliche und Erwachsene waren dabei. „Inspiriert von Luthers 95 Thesen wurden gemeinsame Thesen und Wünsche für die Ökumene, das Miteinander als Glaubensgeschwister, entwickelt“, informiert das Organisationsteam auf seiner Internetseite. Die Pilgerreise passiert in Kooperation der Kinder- und Jugendpfarrämter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Evangelischen Landes-kirche Anhalts sowie der Arbeitsstelle für Jugendpastoral im Bistum Magdeburg.

„Die Audienz beim Papst war für alle ein Highlight gleich zu Beginn der Woche“

Martin Olejnicki, der Pfarrer der Kirche St. Jakob in Köthen ist, begleitet die jungen Teilnehmer für die Evangelische Landeskirche Anhalts als Übersetzer. Privat und auch während seines Studiums war er schon häufiger in Rom. Das jetzt ist jedoch seine erste Pilgerreise.

Luther haben die Pilger natürlich dabei.
Luther haben die Pilger natürlich dabei.
(Foto: Martin Olejnicki)

„Die Audienz beim Papst war für alle ein Highlight gleich zu Beginn der Woche“, sagt er. „Das ganze Hofzeremoniell war sehr beeindruckend.“ Auch sonst wird Martin Olejnicki viel mitnehmen von dieser Reise. „Die bleibenden Eindrücke sind in jedem Fall der Gesang mit 500 Menschen. Die Bläser aus Anhalt, die auch die Italiener beeindruckt haben, und die insgesamt sehr lockere, freundliche Atmosphäre im Camp.“ Viele Teilnehmer engagieren sich in Jugendchören. Entsprechend viel wird bei der Pilgerreise gesungen.

Bei einem vielfältigen kulturellen Programm lernen die Pilger außerdem Rom kennen. Sie besuchen verschiedene Sehenswürdigkeiten. Freitag ist Rückreise.

Anliegen der Pilgerreise „Mit Luther zum Papst“ ist, einander zu begegnen und sich gemeinsam auf eine ökumenische Spurensuche zu begeben

Florian Zeller, der Kirchenmusiker der Evangelischen Landeskirche Anhalts, war 2016 schon einmal zu einer Audienz in Rom. Damals mit den Dresdner Kapellknaben und bei Papst Benedikt XVI., dem Vorgänger von Papst Franziskus. „Als Protestant erlebe ich die Papstbesuche nicht so emotional wie meine katholischen Freunde. Aber das gemeinsame Erleben in der Ökumene ist einfach großartig“, sagt er.

Anliegen der Pilgerreise „Mit Luther zum Papst“ ist, einander zu begegnen und sich gemeinsam auf eine ökumenische Spurensuche zu begeben. „Der Fokus dieser Reise liegt auf dem, was verbindet, was schon überwunden wurde und dem, was in Zukunft gemeinsam zu gestalten und zusammen anzustoßen ist“, betont das Organisationsteam.