Kirchgemeinde in Drosa

Kirchgemeinde in Drosa: Pfarrerin nach Babyjahr zurück

Drosa/MZ - Eigentlich, so erzählt Ulrike Herrmann, wollte sie anfänglich gar keine Pfarrerin werden. „Ich wollte immer Lehrerin für Religion und Latein werden“. Die Entscheidung zur Pfarrerin reifte erst später während des Studiums. „Manchmal geht man eben Umwege“, erklärt die Pfarrerin. Jetzt wurde der Geistlichen in der Kirche zu Drosa offiziell und feierlich die Pfarrstelle übertragen. Was bedeutet, sie ist nun Pfarrerin auf ...

Von Ute Nicklisch 14.11.2013, 20:04

Eigentlich, so erzählt Ulrike Herrmann, wollte sie anfänglich gar keine Pfarrerin werden. „Ich wollte immer Lehrerin für Religion und Latein werden“. Die Entscheidung zur Pfarrerin reifte erst später während des Studiums. „Manchmal geht man eben Umwege“, erklärt die Pfarrerin. Jetzt wurde der Geistlichen in der Kirche zu Drosa offiziell und feierlich die Pfarrstelle übertragen. Was bedeutet, sie ist nun Pfarrerin auf Lebenszeit.

Im Jahre 2009 kam die junge Theologin nach Drosa, um die unbesetzte Stelle nach dem Abschied von Pfarrerin Karoline Simmering zu übernehmen und als Pfarrerin im Entsendungsdienst eine Art Probedienst über drei Jahre zu absolvieren, so sehen es die offiziellen Regeln vor. Aus einer Dessauer Pfarrersfamilie stammend bezog sie nun das Pfarrhaus in Drosa. Zeitnah wurden die beiden Parochien Kleinpaschleben und Drosa zusammengeführt. So hatte die junge Geistliche mit insgesamt zwölf Dörfern ab sofort eine ziemliche Herausforderung zu bewältigen.

Offenbar hatte sie diese Aufgabe gut gemeistert. Wie Kreisoberpfarrer Dietrich Lauter am Sonntagnachmittag verkündete, stand die Entscheidung für die sonntägliche Amtshandlung bereits im Frühjahr 2012 fest. Zu dieser Zeit jedoch meldetet sich Nachwuchs bei Ulrike Herrmann und ihrem Ehemann Martin an. So stand die Kirchengemeinde vor der Wahl, zu warten und ein Jahr lang mit Vertretungen auszukommen. „Ich habe überall erfahren, dass alle gern auf sie warten“, weiß Lauter dazu zu berichten.

Tag umstrukturiert

Im August vergangenen Jahres kam Töchterchen Clara zur Welt und die Pfarrerin verabschiedete sich für ein Jahr in den Babyurlaub. Inzwischen kümmert sich Ehemann Martin um den Nachwuchs und die junge Mutter kann sich wieder in ihre Arbeit stürzen. „Natürlich muss ich meinen Tag jetzt anders planen als vorher“, erklärt die 35-Jährige. Die Amtseinführung war nach ihrer Ordination ein sehr ergreifender Moment in ihrer Laufbahn als Pfarrerin. Auch Dietrich Lauter, der den Gottesdienst leitete, sagte: „Es zählt zu den schönsten Seiten meiner Arbeit, einen solchen Gottesdienst zu leiten“.

So wünschte Pfarrer Lauter der Pfarrerin Gottes Segen für ihre Aufgabe. „Das ist doch ein Einstieg nach Maß. Theoretisch könnte sie nun bis ins Jahr 2044 hier bleiben“, so Lauter weiter. Doch für einen Pfarrer ist es nicht ungewöhnlich, ja sogar gewollt, seine Stelle öfter zu wechseln. So berichtete die 35-Jährige während ihrer anschließenden Rede von ihren Überlegungen: Gehen oder bleiben. „Die Entscheidung war auch für mich nicht leicht. Doch ich konnte mit ruhigem Gewissen sagen: ,Ich bleibe'“.

Gegenüber der MZ verriet Ulrike Herrmann später auch den Grund ihres Bleibens: „Ich fühle mich hier sehr wohl“. Weiterhin kündigte sie Veränderungen in Bezug auf die Gebietsstrukturen an und appelliert an die Gemeindeglieder, sich auch mal auf etwas Neues einzulassen. Künftig jedenfalls wird sie im Dreierteam mit Pfarrer Dankmar Pahlings von der Parochie Osternienburg sowie Gemeindepädagogin Borghild Frenzel zusammenarbeiten. Viele ihrer Kollegen aus dem Pfarrämtern der Umgebung waren am Sonntag anwesend und überbrachten ihre Glückwünsche und sogar ein musikalisches Ständchen. Darunter auch der Pfarrer der Katholischen Pfarrei Sankt Maria, Armin Kensbock, der als Präsent eine Flasche Messwein überbrachte.