1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Jessen
  6. >
  7. Druckfrisch für Jessen und Umgebung: Warum ein Viadukt bei Annaburg gebaut wurde

Druckfrisch für Jessen und Umgebung Warum ein Viadukt bei Annaburg gebaut wurde

Die erste Ausgabe des „Neuen Jessener Heimatboten“ ist bereits erschienen. Die beiden Autoren haben wieder viele interessante Geschichten und Geschichtliches zusammengetragen.

Von Frank Grommisch 06.11.2024, 12:51
Der „Neue Jessener Heimatbote" liegt druckfrisch vor.
Der „Neue Jessener Heimatbote" liegt druckfrisch vor. (Repro: Grommisch)

Jessen/MZ. - Pünktlich zu Beginn der dunkleren Jahreszeit, in der wieder mehr Zeit zum Lesen und Stöbern bleibt, liegt eine Neuerscheinung auf dem Tisch, die hiesige Heimatgeschichtsinteressierte erfreuen wird. Reiner Helling und Dennis Weiner haben bereits die erste Ausgabe 2025 ihres „Neuen Jessener Heimatboten“, der Geschichten und Geschichtliches aus dem Elsterstädtchen enthält, vorgelegt. Das Gros der Beiträge widmet sich Ereignissen in Jahren, die auf die Zahl fünf enden. Doch auch die Gegenwart wird nicht ausgeblendet.

Die beiden Autoren gehen neben anderem in ihrem Wort an die Leserinnen und Leser auch auf möglichen Vandalismus ein, dem beliebte Rast- und Ausflugspunkte zum Opfer gefallen sind und fordern dazu auf, genauer hinzuschauen und solchen Frevel nicht zuzulassen.

Bahnlinie für kurze Zeit

Ein besonderes Ereignis für die Region ist wohl die große Übung von Eisenbahnpionieren gewesen. Sie errichteten im Jahre 1904, so ist zu erfahren, eine Feldbahn von Jüterbog bis an die Elbe bei Prettin, Zu den großen Herausforderungen, so werden die Leser informiert, gehörten das Überqueren der Schwarzen Elster und der Eisenbahnstrecke Jessen-Falkenberg bei Annaburg. Dort sei ein 400 Meter langes Viadukt entstanden. Und über die Elbe bei Prettin wurde eine 436 Meter lange Brücke gebaut. Einige Bilder, die einen Eindruck von der Dimensionen der Bauwerke vermitteln, sind in dem Heft enthalten.

2025 jährt sich die Explosion in den Westfälisch-Anhaltischen Sprengstoff-Actien-Gesellschaft (WASAG) in Reinsdorf zum 90. Mal. Dass dieses Ereignis, das viele Todesopfer forderte, Aufnahme in das Jessener Heft fand, hat seinen Ursache darin, dass von der verheerenden Katastrophe auch Leute aus Jessen und der Umgebung betroffen waren. In der Jessener Zeitung wurde damals unmittelbar nach der Tragödie von insgesamt 52 Toten und 25 Verletzten berichtet. Das Unglück hat, wie zu lesen ist, deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt.

Die Leserinnen und Leser erfahren, wie der Jessener Spielmannszug entstanden ist und wo einst in der Stadt „ahle Plumpen (Pumpen) gestanden haben. Ausführlich wird in der Stadtchronik geblättert, diesmal, wie erwähnt zu Ereignissen, die in Jahren mit der Zahl fünf am Ende geschehen sind. So wird mitgeteilt, dass es 1725 eine starke Tuchmacherinnung in der Elsterstadt gab und dass 1825 mehrere Kinder an Scharlach gestorben sind,

Nicht zur Wahl zugelassen

100 Jahre später, 1925, gab es Aufregung um die Wahl zum Kirchenrat. 448 Leute konnten nicht ihre Stimme abgeben, da sie sich zuvor nicht in das Wählerverzeichnis haben eintragen lassen.

Erinnert wird auch an ein Datum aus dem Jahre 1915. Am 10. Mai ist der berühmteste Sohn Jessens, Professor Karl Lamprecht, der weithin bekannte Historiker der Universität Leipzig, gestorben. Dies und viel mehr ist in dem 52-seitigen Heft zu lesen. Darin enthalten sind auch Ereignisse, die in den vergangenen Monaten in der Stadt geschehen sind.

Zu haben ist der „Neue Jessener Heimatbote“ zum Preis von fünf Euro in Jessen in der Buchhandlung Fischer, im „Schützenhaus“, in der Drogerie Bernharend und im „Blumeneck“.