Protest in Berlin

Protest in Berlin: Jessener fordern Agrarwende

Gerbisbach - Bei der Großdemonstration in Berlin waren auch der Gerbisbacher Initiativkreis und die BUND-Kreisgruppe vertreten. Wozu sie aufgerufen haben.

Von Frank Grommisch

Sie war froh, dass sie wieder mal dabei sein konnte, sagte Gabriele Wolf. Die Sprecherin des Initiativkreises gegen die Schweinefabrik Gerbisbach hat sich am Sonnabend an der Großdemonstration „Wir haben Agrarindustrie satt“ in Berlin beteiligt und habe dabei ein gutes Gefühl gehabt.

Gemeinsam mit Mitgliedern der Wittenberger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist sie in die Hauptstadt gefahren. Mit entsprechenden Transparenten hätten sie klar ihre Position gegen die Schweinemastanlage in Gerbisbach und für eine artgerechte Tierhaltung gezeigt.

Überrascht war sie von der großen Teilnehmerzahl. Im Vorfeld war wohl mit 10.000 Personen gerechnet worden. Danach war von 35.000 Protestierenden die Rede. Unter dem Motto „Essen ist politisch - für eine umweltgerechte Landwirtschaft“ setzten sie sich für eine Agrarwende ein. Das Ziel ist auch nach etlichen Protestaktionen jeweils am ersten Sonnabend nach der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin noch nicht erreicht, äußerte Gabriele Wolf.

Aber die Denkweise finde immer größere Unterstützung, wie an der Teilnehmerzahl abzulesen sei. Überrascht war sie auch, bekannte die Gerbisbacherin, wie viele junge Leute sich an der Demonstration beteiligten. Der Traktorenkorso der Landwirte sei beeindruckend gewesen. Über 170 Schlepper seien wohl über Straßen in der Hauptstadt gerollt.

Zu den vordringlichen Forderungen der Teilnehmer habe gehört, das Bienensterben zu stoppen, den Pestizideinsatz zu reduzieren sowie die EU-Gelder für den Agrarsektor gerechter zu verteilen. Zu der Demonstration in Berlin haben laut „Wir haben es satt!“-Sprecherin Saskia Richartz über 100 Organisationen aufgerufen.

„Mit den über sechs Milliarden Euro, die Deutschland jedes Jahr an EU-Agrargeldern verteilt, muss der umwelt- und tiergerechte Umbau der Landwirtschaft gefördert werden“, forderte sie. Gabriele Wolf unterstrich: Die Protestaktion richte sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte. „Wir kämpfen mit für Bauern.“ (mz)