Hochwasser in Gorsdorf-Hemsendorf

Hochwasser in Gorsdorf-Hemsendorf: Am Kienberg läuft die Elster über

Gorsdorf-Hemsendorf/MZ - Zwischen Pest und Cholera muss sich Marko Klick, Gorsdorf-Hemsendorfs stellvertretender Wehrleiter, am Donnerstagmittag entscheiden: Entlang des Deichabschnitts vorm Kienberg von Hemsendorf in Richtung Grabo - der schon 2002 übergelaufen war und danach nur provisorisch geflickt wurde - gibt es mehrere Sickerstellen. Außerdem läuft dort, wo der Deich auf den Kienberg trifft und ein Weg die Deichkrone quert, seit Stunden Elsterwasser wie ein rauschender Gebirgsbach in die Feldflur beziehungsweise einen Graben. Welches Loch zuerst stopfen? Und wie die dringend benötigten Sandsäcke dorthin ...

Von Detlef Mayer 07.06.2013, 18:58

Zwischen Pest und Cholera muss sich Marko Klick, Gorsdorf-Hemsendorfs stellvertretender Wehrleiter, am Donnerstagmittag entscheiden: Entlang des Deichabschnitts vorm Kienberg von Hemsendorf in Richtung Grabo - der schon 2002 übergelaufen war und danach nur provisorisch geflickt wurde - gibt es mehrere Sickerstellen. Außerdem läuft dort, wo der Deich auf den Kienberg trifft und ein Weg die Deichkrone quert, seit Stunden Elsterwasser wie ein rauschender Gebirgsbach in die Feldflur beziehungsweise einen Graben. Welches Loch zuerst stopfen? Und wie die dringend benötigten Sandsäcke dorthin bekommen?

Das aus dem Deich quellende Wasser - noch ist es klar, der Schutzwall also weiter stabil - hat den nach 2002 ebenfalls nur unzureichend hergerichteten Verteidigungsweg völlig aufgeweicht und für jede Art von größerer Technik unpassierbar gemacht. Also werden die dringend benötigten Sandsäcke vorerst mit zwei Schubkarren herangeholt. Marko Klick entscheidet sich, die Sandsäcke, die er trotz Katastrophenalarms mit nur einer Handvoll eigener Feuerwehrleute verlegen muss, erst mal zum Kaskadenbau an den Sickerstellen einzusetzen.

Derweil sind ein Bagger und zwei Lkw (ein kleiner und ein großer) von der zbo Bau GmbH Jessen dabei, Schotter und Betonbruch auf die kritische Strecke des Verteidigungswegs aufzubringen - auf eine stabilisierende Vliesunterlage, welche die Feuerwehr beigesteuert hat - und ihn so nutzbar zu machen. Später - Eile ist geboten, denn die Elster steigt in Gorsdorf-Hemsendorf weiter, auch wegen des Rückstaus aus der Elbe - soll dann über besagten Weg die Überflutungsstelle am Kienberg geschlossen werden. Am Nachmittag ist das mit gefällten Bäumen und Sandsäcken weitgehend gelungen.