Bandworkshop in Jessen

Bandworkshop in Jessen: Vor zehn Jahren schon dabei

Jessen - Zum 15. Mal treffen sich junge Musiker zum Proben und für ein Konzert im Gymnasium.

Von Detlef Mayer 13.10.2018, 08:32

Es sind Herbstferien, aber im Jessener Gymnasium tobt das Leben. Der mittlerweile 15. Bandworkshop hat 40 Nachwuchsmusiker, Referenten und Tontechniker zusammengeführt, die dort auch schlafen und von Manuelas Landküche, sie betreibt die Kantine, beköstigt werden. Seit Donnerstagabend proben die jungen Leute, haben Samstag ihren großen öffentlichen Auftritt und reisen Sonntag wieder ab.

Weite Altersspanne

Jüngster Teilnehmer ist der zwölfjährige Julian (mit Ausnahmegenehmigung), die ältesten Akteure sind Mitte 20. Das Gros der Jugendlichen, darunter acht Mädchen, rangiert irgendwo dazwischen, sagt Ekkehard Bechler, Jugendreferent im Kirchenkreis Wittenberg. Bei ihm laufen die organisatorischen Fäden für das Treffen zusammen. Ihm zur Seite stehen sechs Referenten. Darunter Marko Kappaun aus Dresden, der Mann für die Tasteninstrumente. Er hat den Bandworkshop zusammen mit Ekkehard Bechler einst gestartet.

Die anderen Referenten sind diesmal Henri Stapel aus Ratzeburg (Gesang, Bandcoaching), Sebastian Szibor, versierter Blues-Gitarrist aus Magdeburg (Gitarre/Saiteninstrumente), sowie Dieter Gasde aus Eisenach (spielt Saxofon, Mundharmonika und Querflöte in verschiedenen Musikprojekten, Referent für die Blasinstrumente), Yevgeni Shtepa, der aus der Ukraine kommt und jetzt in Magdeburg lebt (ist für ausgefallenen Bass-Referenten eingesprungen) und Thomas Görsch aus Zansebuhr bei Stralsund.

Gut anderthalb Stunden, so schätzt Ekkehard Bechler, wird das öffentliche Abschlusskonzert des 15. Bandworkshops im Forum des Jessener Gymnasiums dauern. Der Cheforganisator geht davon aus, dass etwa sieben Gruppen und Einzelakteure auftreten. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 13. Oktober, um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Für den Veranstalter hält Tina Elstermann, die aus Jessen stammt und jetzt ein Art-Studio in Dresden betreibt, das Geschehen in Fotos fest.

Er hat sich kurzfristig Freitag früh auf den Weg nach Jessen gemacht, weil der ursprüngliche Referent fürs Schlagzeug fehlte. Ebenfalls mit von der Partie ist Frank Koine aus Nairobi. Er bezeichnet sich als Musikpastor, wird in den nächsten Jahren in Wittenberg leben und verschiedene Projekte anschieben bzw. betreuen.

Bandworkshop-Veteranen kann man augenzwinkernd die Jungs von „KaguKagu“ nennen. Gitarrist Hans, Bassist Joe und Schlagzeuger Axel, alle Mitte 20, haben in dieser Zusammensetzung bereits 2013 an dem viertägigen Probenlager teilgenommen. Und das Abschlusskonzert damals war der erste offizielle Gig des Trios, dessen Akteure ursprünglich aus Annaburg und Jessen stammen. Allerdings haben einzelne Musiker der Formation sogar schon vor zehn Jahren bei diesem Bandworkshop mitgemischt. Inzwischen hat „KaguKagu“ zwei EP (Extended Play, Mini-Album) veröffentlicht und bei Radio Fritz promotet.

Tradition gewahrt

Trotzdem sind die Drei dem Workshop treu geblieben. „Hier teilzunehmen, ist so was wie eine Tradition“, sagt Hans, der die Atmosphäre des Treffens lobt. „Es macht Spaß, mit so vielen anderen Musikern gemeinsam zu spielen, auch mit jüngeren.“ Übrigens der Bandname geht zurück auf den Kagu, den Vogel aus Neukaledonien, der nicht fliegen kann und Fleischfresser ist. „Wir fanden aber eigentlich nur den Namen cool“, lässt Hans noch wissen, bevor die Band ziemlich lärmend weiterübt.

Intensiv geprobt wird auch im gegenüber liegenden Gymnasium-Flügel. Die Referenten Marko Kappaun, Yevgeni Shtepa und Dieter Gasde sind dabei, aus Elias, Tim (beide Gitarre), Carl (Keyboard), Sängerin Cindy, Schlagzeuger Florian und einer Querflötistin eine noch namenlose Formation zu kreieren. „Oft geht es darum, gute Kompromisse zu finden, mit denen alle Bandmitglieder leben können“, weiß Marko Kappaun. Cindy hat da zwei Titelvorschläge: „Lieber so“ von Yvonne Catterfeld und „Wohin willst du“ von Lea. (mz)