Nicht ohne Kritik

Warum der ursprüngliche Stadtratsbeschluss für die Betontankstelle in Großörner nun aufgehoben werden soll

Die Pläne des Antragsstellers lehnte der Mansfelder Stadtrat zunächst ab. Nun stehe eine Wende in Sachen Betontankstelle an.

Von Daniela Kainz 13.05.2022, 08:15
Eine Betontankstelle wie diese soll errichtet werden.
Eine Betontankstelle wie diese soll errichtet werden. (Foto: Wurzelbau)

Großörner/MZ - Nun kommt sie doch: Eine kleine, öffentliche Betontankstelle soll auf dem Betriebsgelände der Martin Wurzel HTS Baugesellschaft bei Großörner errichtet werden. Der Mansfelder Stadtrat hatte sich innerhalb des Genehmigungsverfahrens beim Landkreis Mansfeld-Südharz zunächst gegen das Projekt ausgesprochen. Beeinträchtigungen unter anderem durch Staub, Lärm und Verkehr hatten die Mitglieder zu diesem Schritt bewogen.

Kreisverwaltung prüfte Antrag für Betontankstelle

Die Einwände - auch zum Naturschutz - wurden daraufhin von der Kreisverwaltung geprüft. Die Behörde sah jedoch keinen Grund, den Bauantrag des Unternehmens abzulehnen. Die Genehmigung für die Errichtung der Anlage liegt dem Antragsteller jetzt vor. Sie wurde laut Landkreis am 28. April erteilt.

Die Stadt Mansfeld wurde derweil von Landkreis aufgefordert, das Einvernehmen für das Projekt herzustellen. Die Folge: Der Stadtrat muss seinen Beschluss aufheben, in dem er sich ursprünglich gegen die Pläne ausgesprochen hatte.

Die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses gaben in ihrer jüngsten Beratung bereits einstimmig eine entsprechende Empfehlung an den Stadtrat ab. Dieses Gremium wird sich in seiner nächsten Beratung am 30. Mai mit dem Thema erneut beschäftigen und eine Entscheidung treffen. Ein Widerspruch wäre auch möglich.

Kritik am langwierigen Genehmigungsverfahren

Freddy Büchner (FWG-Fraktion) warb dafür, der Firma keine Steine in den Weg zu legen. Deutliche Worte fand Reiner Kretschmann (Bürgerfraktion). „Wir haben uns lange genug lächerlich gemacht“, sagte er.

Bürgermeister Andreas Koch (Freie Bürger Mitteldeutschland) hielt dagegen: „Wir sind von der Rechtsgrundlage ausgegangen. Wir haben dargestellt, was wir hatten.“ „Das nächste Mal sollten wir den Antragsteller einladen“, schlug Lutz Paselt von der FWG-Fraktion vor. Marc Feyenklahsen, Geschäftsführer des Unternehmens, das die Betontankstelle errichten will, ist froh über die Entscheidung des Landkreises.

Kritik übt er am Stadtrat. Er habe nur das Ziel, „uns das Leben immer schwer zu machen“, meinte er. In Bezug auf den langwierigen Genehmigungszeitraum verwies er darauf, dass die Anlage inzwischen um 84.000 Euro teurer geworden sei.

Bauschuttdeponie von der Stadt Mansfeld abgelehnt

Geht es nach seinen Vorstellungen, soll die Tankstelle Mitte September in Betrieb gehen. Wegen der aktuell langen Lieferfristen sei ein früherer Termin nicht möglich. Die Anlage soll künftig tagsüber montags bis samstags geöffnet sein.

Kunden hätten dort die Möglichkeit, Kleinstmengen von Beton zu kaufen. Die Betonmischanlage laufe autark. Man könne mit dem Pkw heranfahren, die gewünschte Menge abfüllen und mit EC-Karte bezahlen. Die Martin Wurzel HTS Baugesellschaft plant bereits seit längerem eine weitere Investition an ihrem Standort.

Der Betrieb möchte eine Deponie der Klasse 0 (Bauschutt) auf dem Betriebsgelände errichten. Dieses Vorhaben sorgte auch schon für zahlreiche Diskussionen und ist nicht unumstritten. Die Stadt Mansfeld hat sich auch gegen dieses Projekt ausgesprochen. Die Kommune befürchtet ebenfalls Staub- und Lärmbelästigungen für die Einwohner. Eine Entscheidung des Landkreises steht aus.