Tod eines BrückenbauersTod eines Brückenbauers: Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier ist mit 40 Jahren gestorben

Hettstedt - Danny Kavalier ist tot. Die Nachricht, dass der Bürgermeister von Hettstedt (Mansfeld-Südharz) im Alter von nur 40 Jahren in der Nacht zum Sonnabend an einem Herzinfarkt gestorben ist, hat in der Kupferstadt und darüber hinaus große Betroffenheit und Fassungslosigkeit ...

Von Beate Lindner 03.09.2018, 03:57

Danny Kavalier ist tot. Die Nachricht, dass der Bürgermeister von Hettstedt (Mansfeld-Südharz) im Alter von nur 40 Jahren in der Nacht zum Sonnabend an einem Herzinfarkt gestorben ist, hat in der Kupferstadt und darüber hinaus große Betroffenheit und Fassungslosigkeit ausgelöst.

Der Bundestagsabgeordnete Torsten Schweiger (CDU) ringt am Sonnabendvormittag um Worte. Kurz zuvor hatte er der Lebensgefährtin Kavaliers einen Besuch abgestattet. Zur MZ sagte er: „Ich bin sehr betroffen. In einem solchen Moment wird einem schmerzlich bewusst, wie unwichtig vermeintlich wichtige Dinge sind. Mein Mitgefühl gilt besonders seiner Lebensgefährtin und seinen Kindern. Ich weiß noch nicht, wie man jetzt zur Tagesordnung übergehen soll.“

Danny Kavalier bereitete sich gerade wieder auf  Bürgermeisterwahl vor

Kavalier, der im November 2011 zum Hettstedter Bürgermeister gewählt wurde, bereitete sich gerade wieder auf die Bürgermeisterwahl vor, Ende Oktober ist der Termin. Zudem stehen, so verlautete aus CDU-Kreisen, wichtige Entscheidungen im CDU-Kreisverband an. Kavalier war Kreisvorsitzender der Partei.

Sein Vorgänger in diesem Amt sucht am Sonnabend ebenfalls nach Worten. Der Sangerhäuser André Schröder, Finanzminister Sachsen-Anhalts, ist geschockt. Zur MZ sagte er: „Ich bin fassungslos und betroffen, mein Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen.“

Am Sonnabendmittag veröffentlichten die Mitarbeiter der Hettstedter Stadtverwaltung die Nachricht vom Tod ihres Chefs auf der Facebookseite der Stadt. Dort heißt es: „Mit großer Bestürzung erfuhr die Stadtverwaltung Hettstedt am heutigen Morgen, den 1. September, vom Tod unseres Bürgermeisters Danny Kavalier. Wir alle haben ihn als lebensfrohen und engagierten Mann kennengelernt, der entscheidend zur Entwicklung der Stadt Hettstedt beitrug. Umso betroffener macht uns sein plötzlicher und viel zu früher Tod.“ Hunderte Menschen veröffentlichten daraufhin Beileidsbekundungen. Darunter auch Dirk Fuhlert, der am 28. Oktober gegen Kavalier bei der Bürgermeisterwahl antreten wollte: „Die Nachricht hat mich fassungslos gemacht. Mein tiefes Mitgefühl gehört seiner Familie und Allen, die ihm nahe standen.“ Auch Kavaliers Eisleber Amtskollegin Jutta Fischer (SPD) äußerte sich: „Er war ein Mensch mit vielen tollen Eigenheiten und Besonderheiten.“ Vereine, Freunde, aber auch viele Bürger, die Kavalier kannten, machten ihre Trauer über die sozialen Netzwerke öffentlich.

Danny Kavalier war in der Region tief verwurzelt

Danny Kavalier hatte im Mai seinen 40. Geburtstag gefeiert und sich zu diesem Zeitpunkt längst entschieden, für eine weitere Amtszeit im Rathaus Hettstedts kämpfen zu wollen. 1978 wurde Kavalier in der Lutherstadt Eisleben geboren, dort ist er auch zur Schule gegangen. Vor 21 Jahren gehörte er zu den Absolventen des Martin-Luther-Gymnasiums. Kavalier studierte anschließend Jura, wurde Rechtsanwalt. Seit neun Jahren arbeitet er in der Hettstedter Stadtverwaltung, bevor er Bürgermeister wurde, war er Amtsleiter. Vor vier Jahren löste Kavalier André Schröder als CDU-Kreisvorsitzenden ab.

Kavalier, der sich im Zusammenhang seiner Wahl zum CDU-Kreischef im Oktober 2014 selbst einmal als „Brückenbauer“ bezeichnet hatte, galt zumindest in Parteikreisen als Politiker, der für das Zusammenwachsen des seit 2007 bestehenden Landkreises Mansfeld-Südharz stand - als gebürtiger Eisleber, der in Sangerhausen wohnt und in Hettstedt arbeitet. In der Kupferstadt selbst musste er aber genau dafür immer wieder Kritik einstecken. Denn 2011 hatte er noch angekündigt, als Bürgermeister nach Hettstedt ziehen zu wollen - eingelöst hat er das nie.

Kavalier scheute die Konfrontation nicht, auch nicht mit seiner Partei. Das war beispielsweise im Februar so, als er in einer landesweit beachteten Aktion zum politischen Aschermittwoch den Landkreis Mansfeld-Südharz gemeinsam mit anderen Bürgermeistern der Region symbolisch zu Grabe trug. Er machte damit auf die Finanzmisere in den Kommunen und im Landkreis aufmerksam, stellte damit aber auch die CDU-geführte Landesregierung an den Pranger.

Zweifacher Vater Kavalier wird auch als Mensch in Erinnerung bleiben

Der zweifache Vater Danny Kavalier wird aber auch als Mensch in Erinnerung bleiben, der seine beruflichen Aktivitäten und sein persönliches Glück gern öffentlich teilte. Einer seiner letzten Einträge im sozialen Netz Facebook zeigt Bilder von den Landessportspielen des Behinderten- und Rehaverbandes im Sangerhäuser Friesenstadion vor gut einer Woche. Dort war er, wie zu vielen Veranstaltungen, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin. (mz)