Plakatwerbung zur Landtagswahl

Plakatwerbung zur Landtagswahl: Aufregung um Hakenkreuz

Siersleben - Große Aufregung in Siersleben um ein Plakat der Linken zu den anstehenden Landtagswahlen: „Bei mir melden sich verschiedene Leute aus unseren Ortsteilen, die irritiert sind“, so Ortsbürgermeister Lutz Sommer (Freie Wähler). Der Stein des Anstoßes ist ein Hakenkreuz auf dem Plakat, das wie eine Schmiererei aussieht und wegen seiner Größe den Passanten förmlich ins Auge springt. Darunter steht in Druckbuchstaben „Brandstifter abschieben! Die ...

Von Wladimir Kleschtschow

Große Aufregung in Siersleben um ein Plakat der Linken zu den anstehenden Landtagswahlen: „Bei mir melden sich verschiedene Leute aus unseren Ortsteilen, die irritiert sind“, so Ortsbürgermeister Lutz Sommer (Freie Wähler). Der Stein des Anstoßes ist ein Hakenkreuz auf dem Plakat, das wie eine Schmiererei aussieht und wegen seiner Größe den Passanten förmlich ins Auge springt. Darunter steht in Druckbuchstaben „Brandstifter abschieben! Die Linke.“

Einwohner sind aufgebracht

„Etliche Einwohner glaubten deshalb, dass hier offensichtlich ein Wahlplakat der Linkspartei von Rechten mit der Hakenkreuz-Schmiererei verunstaltet wurde“, schildert Sommer. „In unseren Ortsteilen hängen mehrere solche Plakate. Für etliche Menschen sah das erst einmal so aus, als sei das eine rechtsradikale Aktion.“ Manche Einwohner hätten deshalb gefordert, die Hakenkreuz-Plakate zu entfernen. Der Ortsbürgermeister leitete die Meinungen der aufgeregten Einwohner an das Ordnungsamt der Einheitsgemeinde Stadt Gerbstedt weiter. Auch in einer Stadtratsitzung hat Sommer das Thema angesprochen.

Kritik an Wahlwerbung der Linken

Inzwischen hat sich die Angelegenheit geklärt. Das Plakat stammt so wie es ist von der Linkspartei. Trotzdem kritisiert der Sierslebener Ortsbürgermeister die Wahlwerbung der Linken: „Das mit dem Hakenkreuz empfinde ich als eine Provokation.“ Die Linkspartei versteht die Aufregung nicht. Das Plakat sei bewusst so gestaltet worden, hieß es bei der Linken-Geschäftsstelle in Magdeburg. Die Angelegenheit liege innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Auch der Hettstedter Linken-Landtagsabgeordnete Steffen Gebhardt, der bei der Landtagswahl erneut kandidiert, meint, das Plakat sei in Ordnung. „Es soll die Menschen zum Nachdenken bewegen“, sagte Gebhardt gegenüber der MZ. Deshalb sei es gut, dass das Plakat auffalle. Damit kann es seine Aufgabe besser erfüllen.

Das gleiche Wahlplakat der Linken hängt auch in anderen Ortschaften der Region. Doch offenbar nimmt daran dort niemand Anstoß. „Uns ist so etwas nicht bekannt“, hieß es gestern zum Beispiel in der Stadtverwaltung Hettstedt. (mz)