Klavier in HettstedtKlavier in Hettstedt: Stadt gibt kein Geld für Sprunck-Piano

Hettstedt - Bei der Rettung eines alten Klaviers der Hettstedter Firma Sprunck kann Manfred Stern vom Förderverein Mansfeld-Museum nicht mit der Hilfe der Stadtverwaltung rechnen. „Dafür haben wir einfach kein Geld“, so die stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Löbus. Sie verweist darauf, dass im Carolinesaal des Museums bereits ein Klavier steht, für dessen Pflege und Wartung schon die Stadt aufkommt. Und das sei nicht billig. „Noch ein Klavier brauchen wir jedenfalls nicht“, so Löbus im Kulturausschuss. Das Piano war kürzlich in einer Villa in Osterode im Harz entdeckt und der Kupferstadt als Leihgabe angeboten ...

Von Wolfram Bahn 29.01.2016, 08:33

Bei der Rettung eines alten Klaviers der Hettstedter Firma Sprunck kann Manfred Stern vom Förderverein Mansfeld-Museum nicht mit der Hilfe der Stadtverwaltung rechnen. „Dafür haben wir einfach kein Geld“, so die stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Löbus. Sie verweist darauf, dass im Carolinesaal des Museums bereits ein Klavier steht, für dessen Pflege und Wartung schon die Stadt aufkommt. Und das sei nicht billig. „Noch ein Klavier brauchen wir jedenfalls nicht“, so Löbus im Kulturausschuss. Das Piano war kürzlich in einer Villa in Osterode im Harz entdeckt und der Kupferstadt als Leihgabe angeboten worden.

Manfred Stern wirft aber nicht die Flinte ins Korn. „Dann finden wir eine andere Lösung“, sagte er mit Blick auf die Kosten. Immerhin hat sich inzwischen der Verein „Historische Druckerei Heise“ bereiterklärt, das Klavier bei sich aufzustellen. Wie Vereinsmitglied Jochen Miche sagte, könne man das Piano auch selbst aus Osterode nach Hettstedt holen. Zuvor will Stern mit einigen Leuten dorthin fahren, um das Fundstück in Augenschein zu nehmen. „Wir wissen ja nicht, wie es noch beschaffen ist“, sagte er. Dann könne man immer noch entscheiden, wie der Verein verfahren wolle, so Stern.

Die Pianofabrik wurde 1837 in der Ascherslebener Straße von Friedrich Sprunck gegründet. Sie befand sich dort, wo zu DDR-Zeiten der VEB Elmet angesiedelt war. In Südamerika hatte die Firma vor dem Ersten Weltkrieg eine Niederlassung. Heute gibt es nur noch wenige Exemplare eines Sprunck-Klaviers. Eines davon steht bei Friedel Hohnbaum-Hornschuch in ihrer Wohnung in Hettstedt. (mz)