Ein Jahr in Uruguay

Ein Jahr in Uruguay: Was eine 17-Jährige am Ende der Welt erlebt hat

Paysandú/Augsdorf - Augusta Dienelt aus Augsdorf ist gerade einmal 17 Jahre alt. Und doch hat sie bereits eines der wohl größten Abenteuer ihres Lebens erlebt. Augusta hat ein Jahr als Austauschschülerin in Uruguay verbracht. Ein Jahr lang mehr als 11.500 Kilometer weit weg von ihrer Familie, von ihrem ...

Von Sophie Elstner 25.09.2019, 04:00

Augusta Dienelt aus Augsdorf ist gerade einmal 17 Jahre alt. Und doch hat sie bereits eines der wohl größten Abenteuer ihres Lebens erlebt. Augusta hat ein Jahr als Austauschschülerin in Uruguay verbracht. Ein Jahr lang mehr als 11.500 Kilometer weit weg von ihrer Familie, von ihrem Zuhause.

„Ich würde es immer wieder machen“, sagt die Schülerin, die nun die 11. Klasse in Eisleben besucht. Dabei stand für sie am Anfang eigentlich fest, dass sie ein Austauschjahr in den USA machen wollte.

„Ich fand es immer total interessant, was andere über ihre Auslandsjahre berichtet haben“, erinnert sich Augusta. Dann gab es ein Gespräch mit der Agentur, die den Schüleraustausch organisieren sollte. „Ich habe dann überlegt, welche englisch- oder spanischsprachigen Länder mir noch gefallen könnten, und eine Liste geschrieben“, berichtet die Schülerin. Am Ende fiel die Wahl auf Uruguay.

Gastfamilie bereits in Deutschland kennengelernt

Dort, in der Stadt Paysandú an der Grenze zu Argentinien, lebte Augusta bei einer Gastfamilie mit vier Kindern - die beiden ältesten Geschwister studieren bereits und waren nur an den Wochenenden zu Hause.

Ihre Gastfamilie hatte Augusta schon vor ihrem Auslandsjahr kennenlernen können - und zwar in Deutschland. „Einer der Söhne war hier zum Austausch, die Familie kam dann nach Deutschland und wir haben uns getroffen. Das Glück haben nicht alle Austauschschüler“, weiß Augusta. „Und meine Mutti war beruhigter.“

Doch die Amtssprache Spanisch stellte Augusta in Uruguay zunächst vor große Herausforderungen. „Ich habe kein Wort gesprochen oder verstanden“, gibt sie zu.

„Und Englisch ist in Uruguay nicht so verbreitet.“ Es war ihre Gastschwester, die ihr am Anfang half und dolmetschen konnte. „Meine Gastfamilie konnte gut Englisch, so haben wir uns meistens unterhalten.“

Nach etwa drei Monaten konnte Augusta schließlich auch auf Spanisch den Alltag bewältigen. „Ich habe in Paysandú zuerst die vierte Klasse besucht, das entspricht der zehnten Klasse in Deutschland.“ Das Schuljahr in dem südamerikanischen Land beginnt im März und endet Mitte Dezember. Dann fangen die großen Ferien für alle Schüler an.

Für ihr Auslandsjahr hat Augusta zu Hause die Schule pausiert. Nach der zehnten Klasse flog sie nach Uruguay, ein Jahr später, mit Beginn des neuen Schuljahrs, stieg sie in der 11. Klasse wieder ein.

Auf den Geschmack gekommen

„Doch so richtig angekommen bin ich in Deutschland noch nicht“, gibt Augusta zu. Sie vermisse ihre Freunde in Paysandú und die Mentalität der Menschen dort. „Alle sind sehr hilfsbereit und aufgeschlossen.“

Sehr gern erinnert sie sich auch an die Ausflüge, die sie mit ihrer Gastfamilie gemacht hat. „Wir waren an Wasserfällen, in der Hauptstadt Montevideo und in Punta del Este an der Südküste“, berichtet Augusta.

Und egal wo, überall gab es Mate-Tee. „Das war am Anfang gar nicht mein Geschmack, aber jetzt finde ich ihn sehr lecker.“ Zwei Tüten Mate-Tee hat sich Augusta mit in die Heimat nach Augsdorf genommen, in Erinnerung an ihr Austauschjahr.

Und auch das Essen sei in Uruguay ganz anders als das in Deutschland. Dort gibt es vier Hauptmahlzeiten. „Am späten Nachmittag, etwa bis 18 Uhr, gibt es ,merienda’, eine Art Zwischenmahlzeit“, sagt Augusta. „Abendessen gibt es dann erst gegen 22 Uhr.“

Augusta träumt davon, ihre Gastfamilie in Paysandú schon bald wieder besuchen zu können. Inklusive Mate-Tee. (mz)