Drohende Schließung von Jugendclubs Wegen ausbleibender Zahlungen für Vereine: Bündnis sieht Demokratie in Halle in Gefahr
Die drohende Schließung zahlreicher Einrichtungen im sozialen Bereich ruft in Halle große Proteste hervor. Das Bündnis „Halle gegen Rechts“ befürchtet, dass die Gesellschaft dauerhaft Schaden nimmt.

Halle (Saale)/MZ/NAY. - Das Bündnis „Halle gegen Rechts“ schließt sich den Protesten der freien Träger in Halle an, die seit Wochen auf Zahlungen von der Stadt warten. Die drohende Schließung zahlreicher Einrichtungen und die damit wegbrechende Kinder- und Jugendarbeit wären eine Katastrophe, heißt es in einer Pressemitteilung.
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Laut Halle gegen Rechts seien die Angebote der Jugendclubs, Familienzentren und Sportvereine vor allem in Stadtvierteln mit sozialen Problemen wichtig. Sie seien praktisch die soziale und demokratische Infrastruktur. „Wenn Kinder, Jugendliche und ihre Familien diese Anlaufstellen verlieren, verlieren sie Orte, an denen Beteiligung und Teilhabe, Solidarität und Chancengleichheit, Beratung und Unterstützung, Vielfalt und Respekt konkret erlebbar sind. Diese Werte sind keine Nice-to-haves, sie sind entscheidende Voraussetzung einer demokratischen Gesellschaft.“
Jugendkriminalität in Halle könnte wieder ansteigen
Sollten in Halle tatsächlich mehrere Jugendhilfe-Anbieter schließen, sieht das Bündnis die Gefahr, dass Jugendkriminalität wieder ansteigt und dass „extrem rechte Jugendgruppen“ an Einfluss gewinnen könnten. „Wer Kinder- und Jugendeinrichtungen zur Disposition stellt, schafft Erfolgsbedingungen für die extreme Rechte, verschärft soziale Probleme und Abgehängt Sein und schwächt die demokratische Gesellschaft“, sagt Magdalena Gatz, Sprecherin von Halle gegen Rechts.
Das Bündnis ruft dazu auf, am Mittwoch um 13 Uhr auf den Marktplatz zu kommen und sich dem Protest gegen die drohende Schließungswelle in der Stadt anzuschließen. Der Stadtjugendring hat eine Demo angemeldet.