„Zusammen für Halle“

Unternehmen ruft zur besonderen Spendenaktion zu Weihnachten für die Hallesche Tafel auf

Firma Yesbox ruft zu einer besonderen Aktion auf.

Von Claudia Crodel 08.11.2021, 13:30 • Aktualisiert: 08.11.2021, 13:33
Die Hallesche Tafel bedient in Halle Kunden aus rund 1.000 Haushalten. (Symbolbild)
Die Hallesche Tafel bedient in Halle Kunden aus rund 1.000 Haushalten. (Symbolbild) imago images/photothek

Halle (Saale)/MZ - Wenn die Tage immer kürzer und kälter werden, freuen sich viele auf die Vorweihnachtszeit. Es ist die Zeit, wo man gemütlich zusammensitzt, die Wohnung schmückt, Kerzen entzündet, Plätzchen bäckt, sich um Geschenke zum Fest kümmert. Aber nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten, um all das umzusetzen. Viele Menschen müssen jeden Cent umdrehen, um den ganz normalen täglichen Bedarf stemmen zu können.

Hallesche Tafel bedient in Halle Kunden aus rund 1.000 Haushalten

Für Extraausgaben bleibt da nichts übrig. Jaquelin Gottschalk, Koordinatorin der Halleschen Tafel, kennt viele Hallenser, von Familien mit vielen Kindern bis hin zu Senioren mit geringer Rente, die gern einmal Weihnachtskekse backen würden, denen aber das Geld für solch simple Sachen wie Mehl und Zucker fehlt. Die Hallesche Tafel bedient in Halle Kunden aus rund 1.000 Haushalten. Durch die Corona-Pandemie habe sich die Situation verschärft.

Marcel Keiderling von der Firma Yesbox, der sich um das Marketing des Lagerraumanbieters kümmert, hat auch bereits den Blick auf Weihnachten gerichtet. Normalerweise verschicken Betriebe an ihre Geschäftspartner zum Jahresende Glückwunschkarten oder beglücken sie mit kleinen Geschenken. „Aber vieles landet dann schnell im Papierkorb oder in der Mülltonne“, weiß er. „Wozu dann das Ganze?“, habe er sich gefragt und: „Kann man das Geld, das man ausgegeben hätte, nicht anders investieren, beispielsweise um für eine gemeinnützige Aktion zu werben?“

Firma mit Sitz in Leipzig verleit Lagerräume an Privatleute und Betriebe

So entstand die Idee, unter dem Motto „Zusammen für Halle“ eine Weihnachtsaktion mit der von der Evangelischen Stadtmission getragenen Halleschen Tafel zu planen. Er ruft mit Plakaten und Anzeigen die Hallenser zu Sachspenden auf, die an bedürftige Hallenser gegeben werden sollen, damit auch diese ein etwas unbeschwerteres Weihnachtsfest haben können.

Die Firma Yesbox, die für Privatleute und Betriebe, Lagerräume beziehungsweise -boxen auf Zeit vermietet und ihren Hauptsitz in Leipzig hat, betreibt seit eineinhalb Jahren einen Lagerstandort in der Ottostraße in Halles Süden. Gegenwärtig wird in der Otto-Stomps-Straße ein zweites Lager eingerichtet, das Anfang des kommenden Jahres fertig sein soll.

Hallesche Tafel freut sich über die Aktion

Vom 16. November bis 16. Dezember nehme die Firma in der Otto-Stomps-Straße 100 in Halles Osten immer freitags von 10 bis 14 Uhr Sachspenden für die Tafel an. „Das können originalverpackte Drogerieartikel wie Duschbad, Seife oder Waschmittel sein oder haltbare Lebensmittel wie Konserven und Trockennahrungsmittel wie Mehl, Zucker oder Nudeln“, sagt Marcel Kiederling. „Aber wir dachten auch an kleine Weihnachtsgeschenke für Kinder, Spielsachen wie Fußbälle beispielsweise. Wichtig ist, man sollte nichts verschenken, was kaputt ist oder unvollständig, also nichts, was man selbst auch nicht haben wollte.“

Die Hallesche Tafel freut sich über die Aktion, ist sie doch ganz auf Spenden angewiesen. Jaquelin Gottschalk verweist aber auch darauf, dass die Tafel aufs Ehrenamt setzt und immer Menschen sucht, die sich vor Ort als Helfer im Tafelladen und Fahrer engagieren wollen. Das müssen nicht Menschen sein, die jeden Tag zur Verfügung stehen, sondern auch nur einmal die Woche. Jaquelin Gottschalk ist sich sicher, dass auch die Ehrenamtlichen davon profitieren, wenn sie sehen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es einem gut geht.