Gravierende Mängel

Uniklinik Halle: Gravierende Mängel - Universitätsklinikum bekommt modernes Bettenhaus

Halle (Saale) - An der Uniklinik in Halle soll ab 2018 ein modernes Bettenhaus gebaut werden. Jetzt steht der Zeitplan fest. Für Patienten bringt das neue Haus viele Vorteile.

Von Walter Zöller 03.02.2017, 06:00

Was lange währt, wird endlich gut: Das hallesche Universitätsklinikum in der Ernst-Grube-Straße bekommt ein neues Bettenhaus, erstmals gibt es konkrete Angaben zur Finanzierung und zum Zeitplan - nach jahrelangen Diskussionen.

Wie das Landesfinanzministeriums auf MZ-Anfrage mitteilte, kann im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden, spätestens 2022 könnte demnach das Gebäude bezugsfertig sein. Damit würde die letzte große Lücke in der medizinischen Versorgung der Uniklinik geschlossen, die Zeit der Vierbett-Zimmer für Patienten wäre endgültig vorbei.

Mängel im Universitätsklinikum Halle seit Jahren bekannt

Profitieren würden davon nicht nur Hallenser. Denn das Einzugsgebiet der Uniklinik als sogenanntem Maximalversorger umfasst große Bereiche des südlichen Sachsen-Anhalt.

Das neue Gebäude soll das Bettenhaus II ablösen, das in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand und das seit langem nicht mehr den Ansprüchen genügt. Dort gibt es überwiegend Vierbett-Zimmer, die sanitären Einrichtungen sind total veraltet.

Diese Mängel sind seit vielen Jahren bekannt. So hieß es schon im Jahr 2003, eine Sanierung des Bettenhauses II mit seinen damals über 300 Betten sei zu aufwendig. An Abriss und Neubau führe kein Weg vorbei. Dies bestätigten auch immer wieder Fachleute in den Ministerien und den Landtagsfraktionen. Doch außer Absichtserklärungen von Seiten der jeweiligen Landesregierung tat sich lange Zeit nichts. In den Haushalten tauchte kein Ausgabenposten für das neue Bettenhaus II auf.

Klinikleitung unzufrieden mit Planungskosten im Doppeletat

Das änderte sich im vergangenen Jahr. Im Entwurf für den Doppeletat 2017/18 sind erstmals Planungskosten verankert. Die Klinikleitung stellte das freilich zunächst nicht zufrieden. Sie äußerte die Sorge, dass das Geld nicht reiche, um einen raschen Baubeginn vorzubereiten und in den Magdeburger Ministerien vielmehr auf Zeit gespielt werde.

Dem widersprach vor kurzem der neue Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) im Vorfeld des Neujahrsempfangs der Universitätsmedizin. „Das neue Bettenhaus II wird kommen“, teilte er mit. Das Land stehe zu dieser wichtigen Baumaßnahme und habe im Etatentwurf entsprechende Weichen gestellt. „Mit dem Ersatz des Bettenhauses II sichern wir eine wesentliche Grundlage für die künftige Entwicklung der Universitätsmedizin in Halle“, versicherte Willingmann.

So viel soll das neue Bettenhaus kosten.

Was wann kommen soll, konkretisierte nun das Finanzministerium auf MZ-Anfrage: Danach sind gut 68 Millionen Euro für das neue Bettenhaus fest gebunkert. 500.000 Euro sollen in diesem und fünf Millionen im Jahr 2018 fließen.

Dieses Geld reiche, um in dieser Zeit die „möglichen Verfahrensschritte“ zu finanzieren, betonte das Ministerium. Das habe auch die Universitätsklinik bestätigt. Der Rest der 68 Millionen Euro sei in der mittelfristigen Finanzplanung für die Folgejahre vorgesehen. „Die Fertigstellung wäre nach den Aussagen des Klinikums bis zum Jahr 2022 möglich“, teilte das Finanzministerium mit. Diese Einschätzung teilte auch Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät gegenüber der MZ.

Genaue Entwürfe, wie das neue Bettenhaus aussehen soll, gibt es noch nicht. Aber konkrete Vorstellung, was in dem Gebäudekomplex seinen Platz finden wird.

Dazu zählen Allgemeinpflegestationen mit insgesamt 216 Betten sowie Intensivstationen mit 48 Betten, die Ambulanz von Orthopädie und Unfallchirurgie, die Diagnostische Radiologie und die Endoskopie.

Zunächst wird abgerissen

Bevor aufgebaut wird, muss der Abrissbagger jedoch anrücken. Das Gebäude mit dem Namen „Komplement Süd“ (siehe „Lageplan der Universitätsklinik) soll fallen, um so Platz für das Bettenhaus zu schaffen. (mz)