Tödliche Schweine-OPs in Halle

Tödlichen Schweine-OPs: Elisabeth-Krankenhaus in Halle (Saale) prüft tierfreie Versuche

Halle (Saale) - Operationen an Schweinen zu Lehrzwecken am Elisabeth-Krankenhaus in Halle (Saale) rufen Kritiker auf den Plan. So reagiert die Klinik.

Von Alexander Schultz 20.04.2018, 15:45

Am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle werden zu Lehrzwecken lebende Schweine operiert. Die Eingriffe enden für die Tiere immer mit dem Tod. Die Tierrechtsorganisation Peta hat das Krankenhaus deshalb mehrfach öffentlich aufgefordert, statt der narkotisierten Schweine alternative Übungsobjekte zu nutzen. Am kommenden Dienstag will Peta eine Petition an die Direktion in halle übergeben, in der 30.000 Unterstützer ein Ende der Versuche fordern.

Die Geschäftsführung des Krankenhauses hat die Tierrechtsorganisation eingeladen, um tierfreie Alternativen für die Ärzte-Workshops zu besprechen. Das St. Elisabeth prüfe, ob bestimmte Operationen in Lehrveranstaltungen bald ohne Tiere durchgeführt werden können. 2019 könnte es soweit sein, sagte Chefarzt Dr. Ralf Heine der MZ.

Peta kritisiert tödliche Tier-OPs am Krankenhaus in Halle

Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass in einem jährlich stattfindenden sogenannten Thorakoskopie-Kurs an narkotisierten Schweinen operiert wird. Die Tierschutzorganisation Peta hatte das Krankenhaus daraufhin kritisiert.

Die Tierschützer führten ins Feld, dass sich auch Schauspieler Bernhard Bettermann für ein Ende der Operationen an Schweinen ausspreche. „Es hat mich schockiert, dass das Krankenhaus derart rückschrittliche Weiterbildungen anbietet, obwohl es tierfreie Alternativen gibt“, zitiert Peta den Schauspieler, der in der Serie „In aller Freundschaft“ den Dr. Stein spielt. Statt Schweinen könne man Verstorbene oder einen synthetischen Torso mit Haut-, Muskel- und Knochengewebe nutzen.

Elisabeth-Klinik Halle (Saale): Reaktion bei starken Blutungen soll geschult werden

Tierfreie Alternativen seien jedoch nicht möglich, argumentierte das Klinikum bislang. „Es geht um das Konfliktmanagement, also etwa darum, was der Arzt tun muss, wenn eine starke Blutung auftritt“, sagt Kliniksprecher Jan-Stephan Schweda auf MZ-Nachfrage. Tote Menschen oder Puppen würden nicht bluten und daher nicht realistisch sein. Allerdings suche man dennoch weiter nach Alternativen.

Wie Chefarzt Heine sagte, sei er selbst seit Protesten von Peta „intensiv auf der Suche“ nach einer Möglichkeit. Das sei durchaus eine Folge der Bemühungen der Tierschützer. „Ich gehe davon aus, dass es 2019 so weit sein könnte“, sagte er. In den 15 Jahren, in denen die Operationen schon durchgeführt werden, habe man die Zahl der benötigten Schweine schon auf vier senken können. „Außerdem leiden sie nicht. Sie schlafen ein und wachen nicht wieder auf“, so Heine. (mz)