Helfer etwas zu langsam

Rettungsdienste in Halle verpassen angepeilte Hilfsfristen

Von Franz Ruch
Rettungswagen im Einsatz
Rettungswagen im Einsatz (Foto: dpa)

Halle (Saale) - Die Rettungswagen und Notfallsanitäter in Halle und dem nördlichen Saalekreis waren im vergangen Jahr nicht immer schnell genug am Einsatzort. In knapp 16 Prozent der Fälle überschritten die Rettungswagen die gesetzlich angepeilte Frist von zwölf Minuten. In knapp sieben Prozent der Fälle überschritten die Notärzte ihre Frist, die bei 20 Minuten liegt. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Rüdiger Erben hervor.

Die sogenannten Hilfsfristen wurden in den vergangenen Jahren in Halle, wie auch in ganz Sachsen-Anhalt, mal mehr, mal weniger überschritten. Die halleschen Retter liegen landesweit im Mittelfeld. Magdeburg hat die Fristen im Vergleich mit Halle in 2020 etwas häufiger eingehalten. Rettungswagen kamen hier in knapp elf Prozent der Fälle zu spät und Notärzte in knapp zwei Prozent der Fälle.

„Zentraler Grund für das Überschreiten der Fristen ist das Auftreten von parallelen, zeitgleichen Einsätzen“

Die Stadt Halle hat als Träger des Rettungsdienstes die Aufgabe, die Erfüllung der Hilfsfristen anzustreben. Dass die Zeiten auch im vergangenen Jahr nicht immer eingehalten werden konnten, habe laut Stadtverwaltung vor allem mit einer von Jahr zu Jahr wachsenden Nachfrage nach rettungsdienstlichen Leistungen zu tun. „Zentraler Grund für das Überschreiten der Fristen ist das Auftreten von parallelen, zeitgleichen Einsätzen“, sagt Tobias Teschner, Leiter des Fachbereiches Sicherheit, auf MZ-Anfrage.

Um dem steigenden Bedarf im Rettungsdienst nachzukommen, überprüft die Stadt regelmäßig die notwendige Finanzierung der Helfer. Ziel sei es, „zukünftig die Ausstattung, Kommunikation sowie Anzahl und Standorte der Rettungsfahrzeuge zu optimieren“, sagt Teschner. Eine Konsequenz dieser Überprüfung seien die drei neuen Standorte für Rettungswachen in Halle, die 2019 in Betrieb genommen wurden.

Der Rettungsdienst wird in Halle und dem nördlichen Saalekreis erbracht von der halleschen Berufsfeuerwehr (rund 185 Mitarbeiter), dem Arbeiter-Samariter-Bund (rund 50 Mitarbeiter), dem Deutschen Roten Kreuz (rund 130 Mitarbeiter) und der Ambulance Merseburg GmbH (rund 55 Mitarbeiter). Die Helfer sind in 23 Rettungswagen und drei Notarztwagen unterwegs. (mz)