Reichsbürger aus Reuden

Reichsbürger aus Reuden: Adrian Ursache kommt im Hochsicherheitstrakt vor den Richter

Halle (Saale)/Reuden - Der Prozessauftakt gegen den unter Verdacht des versuchten Mordes stehenden Reichsbürgers Adrian Ursache in Halle findet unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Von Janine Gürtler 25.09.2017, 11:15

Der Prozessauftakt gegen den unter Verdacht des versuchten Mordes stehenden Reichsbürger Adrian Ursache in Halle findet unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen statt. Das bestätigte der Sprecher des Landgerichts Halle, Wolfgang Ehm, auf MZ-Nachfrage.

„Das ergibt sich schon allein aus dem Tatvorwurf gegenüber dem Angeklagten“, begründet Ehm. So sind die ersten drei Verhandlungstage im Hochsicherheitstrakt des Justizzentrums Halle angesetzt. Zum Raum X.01 gibt es laut Ehm nur einen Zugang. Ob damit mögliche Fluchtversuche von Ursache oder Einschreitungen seiner Anhänger vermieden werden sollen, ließ Ehm unkommentiert. Auch dazu, welche konkreten Sicherheitsvorkehrungen im Prozess gegen Ursache getroffen werden, äußerte sich der Landgerichtssprecher nicht.

Offenbar rechnet man aber nur zum Prozessauftakt mit einer potenziell erhöhten Risikolage. Nach den ersten drei Verhandlungstagen im Hochsicherheitstrakt wird der Prozess im Landgericht am Hansering in der Innenstadt fortgesetzt.  „Wir müssen schauen, ob es dabei bleibt“, sagte Ehm dazu. Man werde den Verlauf des Prozessauftakts abwarten.

Anklage gegen Reichsbürger Adrian Ursache: Versuchter Mord

Bei der Zwangsräumung des ehemaligen Hauses von Adrian Ursache in Reuden bei Zeitz Ende August vergangenen Jahres soll der 42-Jährige eine Schießerei mit der Polizei eröffnet haben. In deren Folge war der einstige Schönheitskönig von Polizisten getroffen und schwer verletzt worden. Ein Geschoss aus Ursaches Waffe soll wiederum zuvor einen Polizeibeamten an der Schutzkleidung am Hals getroffen und dort eine Schürfwunde hinterlassen haben.

Ab dem 9. Oktober muss er sich deshalb vor der Strafkammer  wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Nur dank der Schutzausrüstung des Polizeibeamten sei es nicht zu einer tödlichen Verletzung gekommen, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Dem Ex-„Mister Germany“ droht im Fall einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

Prozess gegen Reichsbürger Adrian Ursache: Termine bis Ende November

Acht Monate nach der Schießerei hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen zwei Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) eingestellt. Die Schüsse, die die beiden auf Adrian Ursache abgegeben hatten, seien als Notwehr und Nothilfe einzustufen, begründete  damals ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Naumburg.
Ursache sitzt seit der Attacke in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bis Ende November insgesamt zwölf Verhandlungstage angesetzt. (mz)