Premiere

Puppentheater Halle zeigt „Kleiner Prinz“ für Große

Zwei hallesche Puppenspieler gehen in einer Inszenierung für Erwachsene gemeinsam mit dem Publikum auf abenteuerliche Sinnsuche.

Von Katja Pausch
 Lars Frank und Ines Heinrich-Frank, hier bei einer Probe, führen im Thalia Theater  den ?Kleinen Prinzen? auf - für Erwachsene.
Lars Frank und Ines Heinrich-Frank, hier bei einer Probe, führen im Thalia Theater den ?Kleinen Prinzen? auf - für Erwachsene. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale)/MZ - Wer kennt sie nicht - die Geschichte vom „Kleinen Prinzen“? Fast jedes Kind kann sie erzählen. Schließlich hat die erstmals 1943 in New York erschienene Erzählung des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry und eines der am meisten gedeuteten Bücher der Moderne, Lieblingslektüre für Esoteriker und Existentialisten, inzwischen auch die Welt der Kinderbücher erobert. Oder, nach Meinung von Moritz Sostmann, eben doch nicht so ganz. Denn: „Das Buch findet man ja nicht im Bücherregal, sondern in der Geschenkeabteilung“, so Sostmann mit einem ironischen Augenzwinkern.

Der Absolvent der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, freier Schauspieler und Regisseur unter anderem in Magdeburg, Erfurt, Dresden, Berlin, Hamburg und Luzern, hat sich nun des bekanntesten Werkes des berühmten Schriftstellers und Piloten angenommen und es auf die Bühne des halleschen Puppentheaters gebracht - und zwar ausdrücklich für ein jugendliches bis erwachsenes Publikum. Er halte es für ein Missverständnis, dass es eine Geschichte für Kinder ist“, so Sostmann über eines der berühmtesten Märchen für junge Leser, das sich eigentlich an Erwachsene richtet.

In 350 Sprachen und Dialekte übersetzt

Die Geschichte des „Kleinen Prinzen“ wurde in 350 Sprachen und Dialekte übersetzt, vielfach verfilmt und für die Bühne inszeniert. „Es ist eine Sinnsuche, eine Erweckungsgeschichte - und auch die Geschichte einer Reise“, so Regisseur Sostmann. Man könne es aber auch als Aufzeichnung einer Depression betrachten, so Dramaturg Ralf Meyer.

Am halleschen Puppentheater, vielmehr im Saal des Thalia Theaters geht das Stück nach der Übersetzung von Peter Sloterdijk über die Bühne, die von Christian Beck ausgestattet wurde und auf der - natürlich - die Erdkugel in Form eines riesigen Balls nicht fehlen darf. Und auf der im Laufe der knapp eineinhalbstündigen Vorstellung ein abstraktes Bild entsteht, beginnend mit der Wüste. „Ich male“, erklärt Puppenspieler Lars Frank, der mit Ines Heinrich-Frank, Partnerin auf der Bühne wie im Leben, die Figuren durch das Stück führt.

Die Puppen indes, so Spielerin Ines Heinrich-Frank, seien etwas Besonderes. Zum einen, weil sie allesamt von Louise Nowitzki, als Puppenspielerin ebenso wie auch als -bauerin talentiert und am halleschen Puppentheater engagiert, stammen. Und zum anderen, weil die Figur des „Kleinen Prinzen“, gebaut vom lange in Halle tätigen und jetzt in Los Angeles lebenden Puppenbauer Hagen Tilp, als Leihgabe mitspielt. „Ich wollte diese Puppe unbedingt dabeihaben“, so Sostmann. Dass die Puppen in ihren Größen verschieden sind, sei überhaupt kein Problem: „Das passt - es ist schließlich eine Phantasiegeschichte über die Absurdität des Daseins“.

Premiere Freitag, 20 Uhr, Thalia Theater, Restkarten, weitere Vorstellungen 11./17./18. 9.