Nominiert für Bürgerpreis

Nominiert für Bürgerpreis : Initiative kümmert sich um ein „Gesundes Trotha“

Halle (Saale) - Seit 30 Jahren kümmern sich Bürger um ein „Gesundes Trotha“. Auch für den Ausbau des Saaleweges engagieren sich die Anwohner.

Von Silvia Zöller
Zu den Aktiven der Bürgerinitiative „Gesundes Trotha“ gehören unter anderem: Hans-Jürgen Grundmann, Uta Bauer, Karin Grundmann, Roswitha Jendryschik, Elke und Roland Neumann (v.li.). Auf ihre Anregung hin soll an der Katzenbuckelbrücke ein bespielbares Labyrinth gebaut werden.

Wer den Namen des Stadtteils Trotha hört, denkt wohl zuerst an den Zoo und an die Saale, die sich hier um die Insel Forstwerder teilt. Doch die Trothaerin Karin Grundmann denkt als allererstes an ein historisches Gebäude, um das sie und ihre Mitstreiter der Trothaer Bürgerinitiative „Gesundes Trotha“ seit Jahren kämpfen: den „Kaffeegarten“.

Das ursprünglich zwischen 600 und 800 n. Chr. entstandene Kastell war Stammsitz derer von Trotha und verfällt und verfällt. Die Bürgerinitiative hatte sich bei ihrer Gründung vor 30 Jahren die Wiederbelebung des historischen Hauses als Begegnungsstätte für Trotha auf die Fahne geschrieben - doch zahllose Besitzerwechsel verhinderten die Umsetzung bislang.

„Wir haben uns immer verstanden als Brücke zwischen Bürgern und der Stadt“

Dennoch arbeiten Initiatorin Karin Grundmann und heute noch knapp zehn Mitstreiter kontinuierlich seit 1990 in der Bürgerinitiative: „Wir haben uns immer verstanden als Brücke zwischen Bürgern und der Stadt“, sagt die 75-Jährige.

Bürgerbefragungen, Ortstermine zu drängenden Problemen wie der Sanierung des Schulsportplatzes oder zur Lärmbelastung, die Herausgabe einer Schriftenreihe zur Trothaer Geschichte, aber auch erfolgreiche Proteste gegen die Schließungspläne für das Nordbad sind nur einige der Aktivitäten der letzten 30 Jahre. Das Jubiläum wird mit übrigens mit allen Trothaern am 4. Juli mit einem Fest im Gemeindehaus gefeiert.

„Wir waren eine Wahlhelfergruppe in Trotha“

Gegründet hatte sich die Initiative im Vorfeld der ersten freien Wahlen zur Volkskammer im März 1990. „Wir waren eine Wahlhelfergruppe in Trotha“, berichtet Karin Grundmann. Schon damals habe sie die Bürger aufgerufen, das aufzuschreiben, was sie stört. „Alle wollten damals den Aufbruch mit organisieren. Ärzte, Architekten, Sozialpädagogen machten mit - es war ein Selbstläufer“, erinnert sich Karin Grundmann, die damals als Bautechnologin in der Kommunalplanung tätig war.

Über zwei Professoren der Uni gelang der Bürgerinitiative Anfang der 1990er Jahre der Kontakt zum „Gesunden Städtenetzwerk“. Mit Partnern wie Krankenkassen oder der Uni Halle setzte die Bürgerinitiative seitdem Gesundheitsprojekte wie „Gesunder Rücken im Schulalter“ oder Walking am Saaleufer um.

Zum „Gesunden Trotha“ gehört aber für die Bürgerinitiative auch Erholung und Kunst. Daher soll nun auf Anregung der BI ein Flächenmosaik an der „Katzenbuckelbrücke“ entstehen. Drei Liegebänke konnten bereits mit Hilfe von Sponsoren am Saaleufer aufgestellt werden.

Vorschläge für Bürgerpreis nur noch bis Freitag

Nur noch bis Freitag, 7. Februar, 24 Uhr, können MZ-Leser Ehrenamtliche als Einzelperson oder als Verein aus Halle und dem Saalekreis für den Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ vorschlagen. Selbstnominierungen sind nicht zulässig. Eine Jury entscheidet, wer die drei Einzelpreise und die Auszeichnung für eine Gruppe erhält. Die Gala zur Preisverleihung ist am 25. April 2020 im Neuen Theater Halle. Vorschläge sind möglich auf der Internet-Sonderseite der Mitteldeutschen Zeitung unter www.mz.de/esel Bitte Kontaktdaten des Nominierten und des Einsenders vollständig eingeben.

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