Neue Spielerin gegen Marburg?

Neue Spielerin gegen Marburg?: Gisa Lions warten vergeblich auf Spielberechtigung

Halle (Saale) - Das Warten endete in Niedergeschlagenheit. Die Hoffnung, dass die Gisa Lions schon am Sonntag im so wichtigen Bundesliga-Duell gegen den BC Marburg (16 Uhr, Erdgas-Sportarena) mit einer Verstärkung agieren können, ist auf ein Minimum ...

Von Christoph Karpe

Das Warten endete in Niedergeschlagenheit. Die Hoffnung, dass die Gisa Lions schon am Sonntag im so wichtigen Bundesliga-Duell gegen den BC Marburg (16 Uhr, Erdgas-Sportarena) mit einer Verstärkung agieren können, ist auf ein Minimum geschrumpft.

Bis Freitagmittag lag immer noch kein Pass der Aufbauspielerin (eine Montenegrinerin) geschweige denn eine Spielgenehmigung vor. Und dass ausländische Behörden Extraschichten wegen einer Basketballmannschaft aus Halle einlegen, ist kaum vorstellbar.

Gisa Lions: Richtungsweisendes Spiel gegen Marburg

Dabei hätten die Lions frisches Blut, einen Impuls, der zusätzliche Kräfte freisetzt, womöglich gut gebrauchen können. Das Spiel gegen Marburg ist richtungsweisend im Kampf um den Klassenerhalt - und nur auf dem Papier eines auf Augenhöhe.

Beide Teams haben jeweils nur drei Siege auf dem Konto. Diese nicht üppige Ausbeute musste bei einem Aufsteiger wie Halle kalkuliert werden. Für Marburg ist sie ein Desaster. Aus einem Grund: Im Team spielen Deutschlands Beste. Zu Marburgs Kader gehören fünf deutsche Nationalspielerinnen - auch im Klub gecoacht von Bundestrainer Patrick Unger.

Was gäbe das denn für ein Bild ab, wenn so eine Mannschaft absteigen müsste? Zumal der Deutsche Basketball-Bund das Marburger Projekt auch noch unterstützt. 500 Euro monatlich bekommt angeblich jede Nationalspielerin vom DBB - unabhängig davon, was die Vereine ihnen zahlen.

Deutsches Frauen-Basketball in der Krise

Die Tragweite des Marburger Dilemmas bringt Lions-Geschäftsführerin Lysann Kairies auf den Punkt: „Wenn wir dieses Spiel gewinnen, wäre das auch ein Weckruf für den deutschen Damenbasketball“, sagt sie und betont: „Natürlich ist die Chance real, das Heimspiel für uns zu entscheiden.“

Die Marburger Pleiten zeigen: Um das Niveau des deutschen Frauen-Basketball ist es seit Jahren nicht gut bestellt, ja, es sinkt beständig. „Es fehlt ein echtes Nachwuchsprogramm“, legt Kairies den Finger in nur eine Wunde.

Marburg kommt aber mit reichlich Praxis nach schon drei Pflichtspielen 2020 in die Erdgas Sportarena: Pokal-Aus in Wasserburg und zwei Spiele hatten die Dolphins in dieser Woche (Dienstag/Sieg und Mittwoch/Niederlage) gegen das rumänische Team aus Satu Mare im CEWL-Pokal, einem zweitklassigen europäischen Wettbewerb. Und Unger hat Respekt vor den Lions, die in dieser Woche ein geheimes Testspiel gegen die Junioren des Mitteldeutschen BC gewonnen haben.

Marburg reist mit Respekt nach Halle

„Halle hat ein gutes Team mit guten US-Guards. Die spielen wild und unberechenbar – im positiven Sinne. Das vierte Spiel in einer Woche für uns wird natürlich taff. Aber wir haben die Spielzeit gut verteilt“, so der Trainer auf der Vereinshomepage. Eines strich er heraus: „Wir wissen um die Wichtigkeit des Spiels, wenn wir die Saison in die richtigen Bahnen bringen wollen.“

Zugleich hat Marburg auch noch eine Centerin verpflichtet. Jene Maryna Ivashchanka ist weißrussische Nationalspielerin kommt aus der ersten türkischen Liga und soll die deutschen Nationalspielerinnen anführen. Aber auch da lag bis Freitag noch keine Spielgenehmigung vor.

Unabhängig dieser Nebengeräusche weiß auch Lysann Kairies um die Bedeutung des ersten Spiels des Jahres: „Da werden die Weichen für den Klassenerhalt gestellt.“ (mz)