Umstände noch unklar

Nach tödlichem Unfall auf der Magistrale in Halle - Wie gefährlich ist diese Stelle?

Auf der Magistrale kracht ein Auto an einem Fußgängerüberweg in eine Straßenbahn. Die Umstände sind noch unklar. Ist diese Stelle gefährlich?

Von Dirk Skrzypczak
Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten das Opfer aus dem Wrack schneiden.
Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten das Opfer aus dem Wrack schneiden. (Foto: Marvin Matzulla)

Halle (Saale)/MZ - Innerhalb von vier Monaten hat sich erneut ein tödlicher Unfall auf der Magistrale in Höhe des Neustädter Zentrums ereignet. Am Dienstag war eine Autofahrerin zwischen dem Zollrain und der Hallorenstraße von der Fahrbahn abgekommen und gegen eine Straßenbahn geprallt. Die 39-Jährige wurde schwer verletzt und verstarb kurz nach dem Unfall. Im April war nur wenige Meter entfernt eine 84-jährige Fußgängerin ums Leben gekommen. Beim Überqueren der Straße hatte sie ein Auto erfasst.

„In der Öffentlichkeit ist immer wieder die Rede davon, dass es sich an dieser Stelle um einen gefährlichen Straßenabschnitt handelt. Die Zahlen sagen aber etwas anderes. Dort häufen sich Unfälle nicht“, sagte Halles Polizeisprecher Thomas Müller der MZ. Auch hätten beide tragischen Ereignisse nichts gemein.

Zeugen gesucht

Tragisch sind offenbar auch die Umstände, die am Dienstagmorgen gegen 7.10 Uhr zu dem schweren Unfall führten. Das Wetter war gut, die Straße trocken. In Höhe des Fußgängerüberwegs kam die 39-Jährige, es soll sich um die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes handeln, mit ihrem Kleinwagen plötzlich nach links von der Straße ab. In Höhe der Fußgängerquerung gibt es keine Borde, Bäume oder Sträucher, die den Wagen stoppen konnten. „Das Auto ist dann in eine Straßenbahn gerast, die in der entgegengesetzten Richtung unterwegs gewesen ist. Die Wucht des Aufpralls war deshalb enorm“, so Müller. Der Pkw wurde anschließend gegen einen Mast geschleudert. Ersthelfer, die sich um die verletzte Frau kümmern wollten, hatten keine Chance. Das Auto war nur noch ein Wrack. Erst der alarmierten Feuerwehr gelang es, die 39-Jährige aus dem Wagen zu schneiden. Ärzte konnten ihr letztlich aber nicht mehr helfen.

Der Kleinwagen wurde bei dem Unfall komplett zerstört. Warum die 39-Jährige von der Straße abkam, wird noch ermittelt.
Der Kleinwagen wurde bei dem Unfall komplett zerstört. Warum die 39-Jährige von der Straße abkam, wird noch ermittelt.
(Foto: Marvin Matzulla)

Für die Unfallaufnahme, bei der auch eine Drohne zum Einsatz kam, musste die Magistrale an der Unfallstelle in beiden Richtungen voll gesperrt werden. Im Westen der Stadt - durch Baustellen ohnehin gebeutelt, brach ein Verkehrs-Chaos aus. Vier Stunden war die wichtige Verkehrsader in Neustadt dicht.

Die Insassen der Straßenbahn kamen vergleichsweise glimpflich davon. Der Fahrer der Tram sowie ein Fahrgast erlitten laut Polizei einen Schock und mussten medizinisch versorgt werden.Die Polizei sucht nach Zeugen des Unfalls und bittet sie, sich unter Telefon 0345/2 24 20 00 zu melden.