Nach Personalrangelei

Nach Personalrangelei: OB ernennt Hinniger zur Beauftragten für die Wirtschaft

Halle (Saale) - Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hat eine neue Beauftragte für Wirtschaft ernannt. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitgeteilt hat, soll Manuela Hinniger diese Aufgabe zukünftig ehrenamtlich ausüben. „Das Angebot ist eine Ergänzung zu den zentralen Ansprechpartnern des Dienstleistungszentrums Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung“, sagt OB Wiegand. Die Wirtschaftsbeauftragte soll zwischen Unternehmen und der Stadt vermitteln sowie neue Standorte ...

Von Tanja Goldbecher 02.05.2019, 15:30

Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hat eine neue Beauftragte für Wirtschaft ernannt. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitgeteilt hat, soll Manuela Hinniger diese Aufgabe zukünftig ehrenamtlich ausüben. „Das Angebot ist eine Ergänzung zu den zentralen Ansprechpartnern des Dienstleistungszentrums Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung“, sagt OB Wiegand. Die Wirtschaftsbeauftragte soll zwischen Unternehmen und der Stadt vermitteln sowie neue Standorte entwickeln.

„In dem Ehrenamt kann ich meine berufliche Erfahrung einbringen und die Arbeit des Dienstleistungszentrums unterstützen“, sagt Hinninger. Sie hat bisher als Ansiedlungsmanagerin in der Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft (EVG) Halle-Saalkreis gearbeitet. Laut MZ-Informationen ist die 34-Jährige derzeit jedoch beurlaubt.

EVG-Geschäftsführer Jan Hüttner äußert sich nicht zu den Gründen der Beurlaubung

EVG-Geschäftsführer Jan Hüttner äußert sich nicht zu den Gründen der Beurlaubung. Es ist jedoch bekannt, dass sich zwischen dem Manager und dem OB ein Machtkampf abspielt. Der OB hatte Hinniger als Geschäftsführerin der EVG favorisiert, der Aufsichtsrat entschied sich jedoch für Hüttner. In der Öffentlichkeit trat fortan immer wieder Hinniger anstatt Hüttner in Erscheinung.

Auch politisch sind die Verflechtungen von Hinniger und dem OB offensichtlich. Die 34-Jährige hatte Anfang des Jahres ihr Stadtratsmandat für die Linke aufgegeben. Für die Kommunalwahl am 26. Mai kandidiert sie nun für die OB nahe Wählergruppe Hauptsache Halle.

Kritik zur Ernennung einer neuen Wirtschaftsbeauftragten kommt nun unter anderem von den Linken. „Ich frage mich, wozu eine ehrenamtliche Wirtschaftsbeauftragte gebraucht wird“, sagt Stadtratsvorsitzende Katja Müller (Linke). Diese Arbeit werde schließlich von Angestellten in der Stadtverwaltung und der EVG bereits geleistet. Zudem seien die Gründe für die Beurlaubung noch nicht bekannt. (mz)