Moritzburg

Moritzburg in Halle: Kunst wieder in allen Räumen

Halle (Saale) - Kunstgenuss in allen Räumen - so ließe sich kurz beschreiben, was das Kunstmuseum Moritzburg Halle ab sofort seinen Besuchern bietet. Seit Dienstag präsentiert die Moritzburg nämlich in allen ihren verfügbaren Ausstellungsräumen wieder ihre ...

Von Katja Pausch 27.04.2016, 13:02

Kunstgenuss in allen Räumen - so ließe sich kurz beschreiben, was das Kunstmuseum Moritzburg Halle ab sofort seinen Besuchern bietet. Seit Dienstag präsentiert die Moritzburg nämlich in allen ihren verfügbaren Ausstellungsräumen wieder ihre Sammlungen.

Depotproblem muss dringend gelöst werden

Kunst des 19. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Talamts, sakrale Kunst zwischen Mittelalter und Barock in den Tiefen des Gotischen Gewölbes, in der sogenannten Westbox die Kunst nach 1945 und im Turmkabinett das umfangreiche Werk von Albert Ebert - für Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich erfüllt sich damit eine selbst gesetzte Verpflichtung, „unsere Aufgaben als Museum wahrzunehmen, nämlich unsere Bestände nicht nur optimal zu bewahren, sondern sie auch zu erforschen, auszustellen und zu vermitteln“.

Damit präsentiere sich das Kunstmuseum Moritzburg Halle trotz deutlich zu geringer Ausstellungsflächen mit einem Querschnitt seiner Sammlungen, sagte Bauer-Friedrich zur Eröffnung der Sammlungsräume. Dennoch sei die Lösung des Depotproblems dringender als je zuvor, so Bauer-Friedrich.

Farbenfrohes Highlight des Museums ist für viele hallesche Kunstfreunde die Wiedereröffnung des Albert-Ebert-Kabinetts. Diese Schatzkammer wurde am Dienstagabend - am 110. Geburtstag des halleschen Malers - nach längerer Schließung der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Zu sehen sind dort nun dauerhaft die außergewöhnlichen Bilder Albert Eberts (1906 bis 1976), der auch gern der „Rousseau von der Saale“ genannt wird.

Die reichen Bestände seines Werkes werden im neu eingerichteten Ebert-Kabinett präsentiert, ergänzt durch Gemälde, die die Stiftung der Saalesparkasse 2013 von der Witwe des Künstlers erwarb und die sie dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.

Einzigartige Bilder vom Laternenfest

Der Betrachter begegnet in der Ausstellung zum Beispiel der Familie Albert Eberts, die der Maler im Selbstporträt festgehalten hat - samt der Katze der Familie. Einzigartig auch seine leuchtenden Bilder vom Laternenfest und dem allbekannten Ausflugslokal „Krug zum Grünen Kranze“, die mit intensiver Farbigkeit beeindrucken. Weitere Halle-Bilder, aber auch Miniaturen und Porträts sowie eine Auswahl an Postkarten, die an den Maler gesandt wurden, ergänzen die Ausstellung.

Ein bedeutendes Jubiläum der Region - 100 Jahre Leunawerke - bildet indes den Anlass für eine Ausstellung im Bereich Moderne II. 100 Jahre Chemieproduktion in Leuna spiegelt das Museum im zweiten Obergeschoss des Westflügels in der Schau zum Thema „Arbeitswelten“ mit Werken aus den Sammlungsbeständen. Gezeigt werden Gemälde aus den 1920er Jahren bis 2002, ergänzt durch Fotografien, Plastiken, Medaillen und eine Installation – Werke von Constantin Meunier bis Moritz Götze.

Beginnend mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und den optimistischen Zukunftserwartungen an die wachsende Industrie, wie sie sich in den Medaillen und den Arbeiterdarstellungen des Belgiers Meunier darstellt, bildet eine Auswahl von sachlich-realistischen Werken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Schwerpunkt der Ausstellung. Neben Werken des halleschen Malers Karl Völker sind Industrielandschaften und Arbeiterporträts in der Kunst der DDR von Künstlern aus der Region zu sehen, so Willi Sitte, Uwe Pfeifer oder Wolfgang Mattheuer.

Sakrale Kunst im Gotischen Gewölbe

Und auch im neu eröffneten Gotischen Gewölbe präsentiert das Kunstmuseum nach einer Umgestaltung des Raumes - unter anderem gibt es jetzt dank der Öffnung der Fenster Tageslicht - eine Auswahl an sakraler Kunst: Altäre und Heiligenfiguren, die nach Mitte des 19. Jahrhunderts aus protestantischen Kirchen des mitteldeutschen Raumes verbannt worden sind. So ist der berühmte Rothenschirmbacher Altar zu sehen, ebenso ein aus dem Jahre 1510 stammender Mittelschrein eines Altars aus der Dorfkirche Kämmeritz.

Öffnungszeiten unter: www.stiftung-moritzburg.de