Löwengebäude der Uni

Löwengebäude der Uni Halle: Die Schatzkammer der Alma mater

Halle (Saale) - Gleich zwei Jubiläen konkurrieren an der Martin-Luther-Universität im nächsten Jahr um Aufmerksamkeit und Würdigung: das 500-jährige Reformationsjubiläum einerseits und der 200. Jahrestag der „Gründung“ andererseits. Denn im Jahr 1817 fusionierte die 1502 als Leucorea in Wittenberg gegründete Uni mit der 1694 gegründeten Friedrichs-Universität in Halle zur heutigen Martin-Luther-Universität. Mit einer Ausstellung und Veranstaltungen soll an der Uni vor allem das zweite Jubiläum gewürdigt ...

Von Michael Falgowski 21.08.2016, 06:00

Gleich zwei Jubiläen konkurrieren an der Martin-Luther-Universität im nächsten Jahr um Aufmerksamkeit und Würdigung: das 500-jährige Reformationsjubiläum einerseits und der 200. Jahrestag der „Gründung“ andererseits. Denn im Jahr 1817 fusionierte die 1502 als Leucorea in Wittenberg gegründete Uni mit der 1694 gegründeten Friedrichs-Universität in Halle zur heutigen Martin-Luther-Universität. Mit einer Ausstellung und Veranstaltungen soll an der Uni vor allem das zweite Jubiläum gewürdigt werden.

Arbeiten am Universitätsplatz 1

Pünktlich vor dem Jubiläumsjahr 2017 werden derzeit am Universitätsplatz 1 die Fassade des Löwengebäudes und die zentrale Kustodie in der ersten Etage mit dem Universitätsmuseum renoviert. In dieser „Schatzkammer der Universität“ sind die Insignien der halleschen und der Wittenberger Universitäten aus über fünf Jahrhunderten zu sehen. Derzeit ist die Ausstellung geschlossen.

Denn noch bis Ende Oktober wird für rund eine halbe Million Euro vor allem die Fassade des 1834 eröffneten Hauptgebäudes der Universität denkmalgerecht saniert. Die immerhin rund 100 Fenster müssen aufwendig erneuert beziehungsweise komplett ersetzt werden. „Rund zwei Drittel der Fenster stammen sogar aus der Bauzeit oder doch aus dem 19. Jahrhundert. Zusammen mit dem Fensterbau werden an der Fassade gleich noch der Stuck und der Anstrich ausgebessert“, sagt Bauingenieurin Anja Waas. Sie leitet in der Stabsstelle Sonderbauten der Immobilien-Abteilung der Uni das Löwengebäude-Projekt. Zu dem gehören auch die Aufarbeitung der teilweise doch verwitterten gewaltigen Türen des Haupteingangs mit dem bekannten Löwen-Portal. Zudem sollen im spätklassizistischen Treppenhaus auch Risse und Schrammen restauratorisch ausgebessert werden.

Die Renovierung am Universitätshauptgebäude sei logistisch eine Herausforderung, sagt Projektleiterin Anja Waas. „Viele Absprachen sind notwendig. Schließlich wird das Löwengebäude ja weiter benutzt. Wir wollten das Immatrikulationsamt, die Hörsäle oder auch die Aula mit ihren Veranstaltungen nicht schließen.“

Sanierung des Sonderausstellungsraums

Ausgangspunkt der Gebäudesanierung war die notwendige Sanierung des Sonderausstellungsraums neben dem Museumsraum der Zentralen Kustodie. „Die Fenster schlossen nicht mehr, Wasser ist eingedrungen“, sagt Universitätskustos Michael Ruprecht. Irgendwann sei entschieden worden, am gesamten Gebäude die maroden Fenster zu erneuern. Und schließlich wurde die Gelegenheit genutzt, das Universitätsmuseum sowie die Verwaltungsräume der Zentralen Kustodie samt Elektrik zu erneuern und zu renovieren. Im Kupferstichkabinett, das etwa ebenfalls erneuert wird, kommen unter Lagen von Linoleum die originalen Dielen aus dem 19. Jahrhundert wieder zum Vorschein.

Der etwa 100 Quadratmeter große Museumsraum selbst ist derzeit leergeräumt, Ausstellungswände werden weggerissen. Die Schätze der Universität sind unterdessen unter anderem in dem Sonderausstellungsraum zwischengelagert, der bereits vergangenes Jahr erneuert wurde. Das Universitätsmuseum erhält eine neue Beleuchtung, mit der sich die Exponate besser ausleuchten lassen.

Museum wurde 1983 eröffnet

Und auch das Ausstellungskonzept wird verändert. „Wir wollen die Universität Wittenberg etwas stärker zur Geltung bringen“, sagt Ruprecht. Museum und Kupferstichkabinett sind ab dem Wintersemester wieder geöffnet.

Jubiläen sind in guter Anlass, um zu renovieren. So wie 1983, als der 500. Geburtstag Martin Luthers gefeiert wurde. Wegen der zu erwartenden internationalen Beachtung des ubiläums störte es auch nicht, dass gleichzeitig das Karl-Marx-Jahr ausgerufen war. Erst aus Anlass des Luther-Jubiläums wurde im Löwengebäude das „Museum Universitatis“ in der ersten Etage eröffnet. Außerdem wurde seinerzeit auch das Treppenhaus restauriert. (mz)