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  7. Kunsthochschule Burg Giebichenstein: Neubau-Projekt wegen Kosten gestoppt

Kunsthochschule Burg GiebichensteinLand stoppt geplanten Burg-Neubau in der Seebener Straße

Das Finanzministerium will den aktuellen Entwurf nicht umsetzen. Wie die Münchener Architekten die Kosten erklären.

Von Tanja Goldbecher Aktualisiert: 09.12.2023, 11:36
Mit diesem Holzmodell haben die Münchener Architekten ihren Entwurf dargestellt und den Sieg im Wettbewerb um die Gestaltung des Neubaus erzielt.
Mit diesem Holzmodell haben die Münchener Architekten ihren Entwurf dargestellt und den Sieg im Wettbewerb um die Gestaltung des Neubaus erzielt. Foto: DPA

Halle/MZ. - Eigentlich sollten im kommenden Jahr die Arbeiten am Neubau in der Seebener Straße beginnen. Ab 2027 hätten dann die ersten Studenten in den neuen Werkstätten und Ateliers der Kunsthochschule Burg Giebichenstein lernen und arbeiten können. Doch daraus wird nichts.

Das Finanzministerium hat auf MZ-Nachfrage bestätigt, dass es zwar an dem Projekt festhält, den aktuellen Entwurf aber nicht mehr umsetzen will. Der Grund: Er ist zu teuer.

Im Februar vergangenen Jahres hatte sich das Münchener Büro „Burger Rudacs Architekten“ mit ihrem Entwurf in einem internationalen Architekturwettbewerb durchgesetzt. Laut Ministerium galt die Vorgabe, dass die Baukosten 31 Millionen Euro nicht überschreiten dürfen.

Nach dem Wettbewerb hätte das Büro dem Land allerdings eine Kalkulation vorgelegt, wonach der Neubau wesentlich teurer ausfallen würde. „Das Ministerium hat deshalb entschieden, das bisherige Entwurfskonzept nicht weiterzuverfolgen“, sagt Ministeriumssprecherin Nancy Eggeling. Bauherr und Architekten hätten sich nicht auf einen Kompromiss mit geringeren Kosten einigen können.

Architekt Stefan Burger weist die Kritik zurück. Die 31 Millionen Euro seien geschätzt worden, als die konkreten Vorgaben des Wettbewerbs noch gar nicht bekannt waren.

So sollen die Räume zum Beispiel nicht nur drei, sondern sechs Meter hoch sein. Hinzu komme, dass der Baugrund auf dem Grundstück in der Seebener Straße mit Schadstoffen belastet sei und das Baufeld zunächst für rund zwei Millionen Euro hergerichtet werden müsse.

„Wir haben dem Bauherrn gesagt, dass 31 Millionen bei den aktuellen Vorgaben nicht ausreichen“, sagt Burger. Im März habe sein Büro zum ersten Mal eine realistische Kostenrechnung beim Land eingereicht. Diese belaufe sich auf 47,3 Millionen Euro. Auch das Land habe mittlerweile eine ähnliche Bausumme für das Projekt ermittelt.

Das Land will die Planerleistungen nun neu ausschreiben. Für Architekt Burger ist das unverständlich: „Es sind bereits Kosten für den Wettbewerb und unsere Arbeit entstanden.“ Um den Neubau günstiger zu errichten, müssten aus seiner Sicht Werkstätten aus den Plänen gestrichen werden.

Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein war am Freitag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.