Trostloses Dasein

Kommentar zur Scheibe C in Halle-Neustadt: Noch ist nichts in Stein gemeißelt

Jonas Nayda betrachtet die Entwicklungen mit Skepsis.

Von Jonas Nayda
Scheibe C
Scheibe C (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale)/MZ - Während das Erste der fünf Scheibenhochhäuser im Zentrum der Neustadt seit einigen Wochen in strahlendem Weiß erscheint und wieder neues Leben in die Passage gebracht hat, fristet die Scheibe C noch immer ein eher trostloses Dasein. Dass die Bauarbeiten an dem 18-Geschosser nun wieder anlaufen, ist zwar sehr gut, aber es bedeutet noch nicht viel. Der Streit zwischen Stadt und Investor ist noch längst nicht beigelegt, das zusätzliche Geld noch nicht beantragt. Die Stadt war bisher immer der Meinung, dass weitere Millionen gar nicht nötig sind, um das Hochhaus zu sanieren.

Dass sich diese Meinung nun geändert hat, ist unwahrscheinlich. Die Verwaltung trägt jetzt verschiedene Gründe vor, warum sie den Fördermittelantrag noch nicht gestellt hat oder nicht stellen wird. Ob tatsächlich Dokumente fehlen oder ob es nur darum geht, möglichst nicht das Gesicht zu verlieren, während irgendwann Fakten geschaffen sind, ist nicht eindeutig. Entweder, die Stadt beantragt die zusätzlichen Millionen bald und der Investor liefert, was er verspricht, oder die Scheibe C wird eine Bauruine bleiben und lange Gerichtsprozesse um Schadenersatzforderungen könnten folgen.

Den Autor erreichen Sie unter: jonas.nayda@mz.de