Kommentar über die Spannungen zwischen Alt und Jung

Jugendliche sind keine Gegner

Phillip Kampert sorgt sich um die Spannungen zwischen Alt und Jung im öffentlichen Raum.

Halle (Saale) - Die Diskussion über die Bedürfnisse der Jugendlichen wird allzu oft von der Warte der nörgelnden Erwachsenen aus geführt. Klar, Musikboxen und Kippenstummel stören, aber dabei darf nicht vergessen werden, dass dahinter eigentlich nie böser Wille der jungen Bevölkerung steckt. Anwohner wehren sich oft schlicht aus Mangel an Alternativen mit Initiativen und Polizei gegen die Bedürfnisse jüngerer Bewohner.

Wer aber gegen jugendlichen Lebenswillen ankämpft, sät im Endeffekt nur Unglück. Auch der Jugendhilfeausschuss hat erkannt, dass junge Leute, die man von einem Platz vertreibt, nur zum nächsten weiterziehen - sie werden immer nach Treffpunkten im öffentlichen Raum suchen. Der entsprechende Vorschlag, in den Innenstadt einen Platz nur der freien Gestaltung der Jugendlichen zu überlassen, ist deshalb folgerichtig. Den jungen Mitbürgern solche Orte zu überlassen, ist der einzige Weg, langfristig die Spannungen zwischen den Generationen zu entschärfen. Endlich reagiert also die Stadt!

Zum Beitrag: Könnte ein geschützter Freiraum Konflikte mit Anwohnern lösen?

Nun steckt der Teufel aber bekanntlich im Detail. Es ist noch ein weiter Weg, bis der Freiraum einmal eingeweiht wird. Bis dahin gilt es, im Kopf zu behalten, dass ein solches Projekt nur erfolgreich sein kann, wenn tatsächlich auf die Lebenswelt der Jugendlichen eingegangen wird. Wenn sie am Ende mit einem schlecht zu erreichenden oder unattraktiven Platz abgefrühstückt werden, ist nichts gewonnen. Hoffentlich beweist die Stadt hier mutigen Gestaltungswillen.

Den Autor erreichen Sie unter: phillip.kampert@mz.de