Happy Händel-Day

Happy Händel-Day: Wie die Ersatz-Festspiele ohne Publikum stattgefunden haben

Halle (Saale) - Mehr als 5.000 Zuschauer klicken sich rein. Wie die Ersatz-Festspiele in diesem Jahr auch ohne Publikum im Händelhaus stattgefunden haben.

Von Jonas Nayda

Nur ein „Geschlossene-Gesellschaft“-Schild hätte am Eingang zum Händelhaus noch gefehlt, denn Besucher ohne Anmeldung waren am Samstag dort verboten. Anstelle der traditionellen Händel-Festspiele fand aufgrund der Corona-Pandemie nun zum ersten Mal der Händel-Day statt. Zuhörer und Zuschauer konnten daran ohne Anmeldung von zuhause aus teilnehmen, schließlich wurde die komplette Veranstaltung im Radio und im Internet übertragen.

Fast sechs Stunden lang dauerte der Stream, der auf der Video-Plattform Youtube mehr als 5.000 Mal angeklickt wurde. Zu hören und auch zu sehen waren einige Höhepunkte der ursprünglich geplanten Konzerte im Rahmen der Händel-Festspiele. Mit dabei zum Beispiel das Pera-Ensemble unter der Leitung von Mehmet Yeşilçay, das mit dem Konzert „Timur und Bayezid“ eine Weltpremiere aufführte. Auch der diesjährige Händelpreisträger, der Countertenor Valer Sabadus war zu hören, bevor er die Auszeichnung von Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) überreicht bekam.

„Danke, dass wir dieses Online-Händelfest so großartig haben feiern können“

Festspiel-Chef Clemens Birnbaum zeigte sich noch am Samstagabend im Livestream hocherfreut über den erfolgreichen Tag. „Danke, dass wir dieses Online-Händelfest so großartig haben feiern können“, sagte er an alle Musiker und Mitarbeiter gewandt, die am Händel-Day beteiligt waren. Birnbaum hatte gemeinsam mit der MDR-Radiomoderatorin Grit Schulze durch den Abend geführt und dabei auch immer wieder teilweise live zu anderen Händel-Orten, wie Göttingen, Karlsruhe oder London geschaltet.

Damit die Technik reibungslos funktionierte und die Konzerte aus drei verschiedenen Räumen des Händelhauses ohne Zeitverzögerung sowohl ins Internet als auch ins Radio gespielt werden konnten, arbeiteten 16 technische Mitarbeiter im Hintergrund. Neun Kameras und mehr als 30 Mikrofone waren im Händelhaus aufgebaut, die alle von einem Regieraum im Dachgeschoss gesteuert werden konnten. Die Musiker konnten dabei stets mitverfolgen, was gerade gesendet wurde, denn in jedem Konzertraum war auch ein großer Bildschirm angebracht, auf dem sich die Künstler gegenseitig sehen konnten.

Händel-Festspiele 2021 sollen vom 28. Mai bis 13. Juni stattfinden

Obwohl der Händel-Day tadellos funktionierte, möchte Birnbaum im nächsten Jahr doch lieber wieder zurück zum alten Format. „Bei den Händel-Festspielen geht es darum, dass die Zuhörer gemeinsam mit den Musikern etwas erleben“, sagt er. Diese Erfahrung könne auch ein Internet-Stream nicht ersetzen. Die Händel-Festspiele 2021 sollen vom 28. Mai bis 13. Juni stattfinden.

››Den Stream des Händel-Days zum Nachschauen gibt es im Internet unter: www.haendelhaus.de/hfs/startseite. (mz)