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Anschluss an Bundesstraße Großbaustelle in Halle verbindet bald B 100 mit Frohe Zukunft

Die Großbaustelle im Nordosten von Halle verbindet bald die B 100 direkt mit dem Wohngebiet Frohe Zukunft. Bis Mai 2025 sollen die Bauarbeiten an der Dessauer Straße abgeschlossen sein.

Von Dirk Skrzypczak Aktualisiert: 25.06.2024, 12:18
Wie andere Straßenzüge auch wird die Dessauer Straße in Halle im Rahmen des Stadtbahnprogramms umgebaut. Die Gleise liegen künftig in der Mitte.
Wie andere Straßenzüge auch wird die Dessauer Straße in Halle im Rahmen des Stadtbahnprogramms umgebaut. Die Gleise liegen künftig in der Mitte. Foto: Steffen Schellhorn

Halle (Saale)/MZ. - Gut Ding will Weile haben, heißt es in einem alten Sprichwort. Auf die Großbaustelle im Rahmen des Stadtbahnprogramms zwischen Landrain und Froher Zukunft trifft das scheinbar zu. Seit Oktober 2023 wird auf dem 600 Meter langen Abschnitt in der Dessauer Straße gearbeitet. Neue Gleise liegen hier aber noch nicht.

Stattdessen buddelten Bautrupps bis zu acht Meter tief in der Erde herum. „Der Mischwasserkanal ist wie das Viertel über 100 Jahre alt und desolat. Er musste raus“, sagt Erhard Krüger, Bereichsleiter für Infrastruktur bei der Havag, und dort für das Stadtbahnprogramm verantwortlich.

Dessauer Straße in Halle soll im Mai 2025 fertig sein

Wobei raus in diesem Fall bedeutet, dass der betagte Kanal außer Betrieb genommen und verfüllt wird. Der neue Sammler liegt direkt daneben. Notwendig wurde der Austausch laut Krüger, weil die Straßenbahn zwischen der Kreuzung Landrain und der Endhaltestelle in der Frohen Zukunft von der Seite in die Mitte der Straße versetzt wird und dann direkt über dem Kanal fährt. „Haben wir eine Havarie, müssten die Gleise raus. Das riskieren wir nicht“, sagt Krüger.

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Die Arbeiten am Kanal sind abgeschlossen. Auch andere Versorgungsleitungen, die sich nicht so tief im Boden befinden, werden erneuert. Danach beginnt der eigentliche Gleisbau. Für Anwohner heißt das, dass sie weiter ausharren müssen – im Mai 2025 soll alles fertig sein. Sie beklagen Auto- und Lkw-Fahrer, die auf die offizielle Umleitung durch die Helmut-Just-Straße pfeifen und sich durch das Wohngebiet mit dem Margueritenweg quälen.

Halle: Erhard Krüger ist bei der Havag für die Infrastruktur zuständig und damit auch "Mr. Stadtbahnprogramm".
Halle: Erhard Krüger ist bei der Havag für die Infrastruktur zuständig und damit auch "Mr. Stadtbahnprogramm".
Foto: Steffen Schellhorn

„Das sind öffentliche Straßen. Wir können keinem verbieten, sie zu nutzen“, sagt Krüger. Auch eine Einbahnstraßenregelung im betroffenen Wohnviertel östlich der Dessauer Straße habe man geprüft, die Idee aber verworfen – weil vor allem Anwohner zu weite Wege hätten zurücklegen müssen. Stattdessen soll der Mühlrain an die B 100 angeschlossen werden.

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Dafür will die Havag ein Stück Straße bauen. Zudem sollen auf der B100 und im Mühlrain Ampeln aufgestellt werden. So wird es möglich sein, in alle Richtungen abzubiegen. Noch im Juli sollen die Bauarbeiten beginnen. Man mache es auch deshalb, weil die Kreuzung Dessauer Straße/Landrain ebenfalls ausgebaut und dafür gesperrt werden muss. „Die Leute würden kaum nach Hause kommen. Deshalb brauchen wir die Verbindung zur B100“, so Krüger.

Die alte Straße in Halle ist teilweise schon aufgebrochen. Im Mai 2025 will die Havag mit dem 600 Meter langen Abschnitt weitgehend fertig sein.
Die alte Straße in Halle ist teilweise schon aufgebrochen. Im Mai 2025 will die Havag mit dem 600 Meter langen Abschnitt weitgehend fertig sein.
Foto: Steffen Schellhorn

Frohe Zukunft: Straßenbahnstrecke in Halle könnte verlängert werden

Unterdessen werden die Straßenbahngleise auch weiterhin an der Wendeschleife in der Frohen Zukunft enden – am historischen Gebäude der einstigen Siebel Flugzeugwerke, in dem sich jetzt ein Imbiss befindet.

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Nicht vom Tisch ist freilich die Verlängerung der Tram in Richtung Landesverwaltungsamt und JVA. In deren Nachbarschaft will der Baukonzern Papenburg ein neues Wohngebiet errichten. Auf die neuen Fahrgäste müsse man warten, sagt Krüger: „Ohne die wirtschaftliche Plausibilität können wir nicht anfangen. Dafür müssen die neuen Wohnhäuser aber erst einmal stehen.“

In diesen Überlegungen spielt auch das Gefängnis eine Rolle. Wird in Tornau der neue Superknast gebaut, braucht es für die jetzige JVA eine Folgelösung. Die gibt es aber noch nicht.