Gymnasium will Umbenennung

Gymnasium will Umbenennung: Enkel von Feininger besucht das NSG

Halle (Saale) - An der Schule laufen die Vorbereitungen für den Besuch des Enkels des berühmten Malers am Freitag.

Von Silvia Zöller 14.11.2019, 14:30

Bilder werden gerahmt, Plakate gedruckt und Aufkleber verteilt -das Neue Städtische Gymnasium bereitet sich auf einen besonderen Gast vor: Am Freitag besucht Conrad Feininger, der Enkel des berühmten Halle-Malers und Bauhauslehrers Lyonel Feininger, die Schule.

Der Grund für den Besuch aus dem amerikanischen Boston liegt auf der Hand, denn vielleicht schon ab dem kommenden Jahr will sich die Bildungseinrichtung nach Lyonel Feininger benennen. „Was noch fehlt, sind Formalien wie etwa ein Stadtratsbeschluss“, so Direktor Jan Riedel.

„Den Gedanken an die Umbenennung hatten wir schon seit den Sommerferien“

Um so mehr freut sich die Schule, dass Feininiger am kommenden Wochenende auf Einladung der Kunststiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Bauhausjahres nach Halle kommt und an der Schulvollversammlung am Freitag teilnimmt - als erstes Kennenlernen. Auch Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat sich angemeldet.

„Den Gedanken an die Umbenennung hatten wir schon seit den Sommerferien“, berichtet Riedel. Warum die Schule ausgerechnet nach dem Künstler benannt werden soll, das sei durchaus zunächst nicht für alle Schüler eine tolle Idee gewesen. „Es gab heftige Diskussionen“, so Riedel. Im Unterricht, aber auch mit Rundgängen durch die Stadt auf Feiningers Spuren haben sich die Schüler mit dem potenziellen Namensgeber beschäftigt. Am Ende standen 75 Prozent der Lehrer, Schüler und Eltern hinter der Entscheidung.

„Es geht hier um Feiningers Denken, das Moderne, das Vielschichtige, das Avantgardistische und Weitsichtige“

„Es geht hier um Feiningers Denken, das Moderne, das Vielschichtige, das Avantgardistische und Weitsichtige“, erklärt Kunstlehrerin Ulrike Fischer, was für die Namensgebung gesprochen und überzeugt hat. Denn genau das ist auch das Schulkonzept des Neuen Städtischen Gymnasiums: innovativ sein, modern.

„Zudem ist Feininger in Halle, wo er seine elf wichtigsten Bilder gemalt hat, noch gar nicht richtig gewürdigt worden“, ergänzt Jan Riedel. Diese elf Bilder, die unter anderem die Marktkirche und den Trödel zeigen, sollen künftig auch in der Schulmensa zu sehen sein - freilich nur als Drucke.

Drucke von weiteren Feininger-Bildern

Drucke von weiteren Feininger-Bildern hat die Quedlinburger Feininger-Galerie der Schule zur Verfügung gestellt. Und die werden auch am Freitag im Schulgebäude zu sehen sein, wenn Enkel Conrad das Haus besucht. Weiter gibt es 100 farbige Plakate mit Zitaten des Bauhausmeisters, darunter freilich auch das berühmte „Halle is the most delightful town“ (Halle ist die wundervollste Stadt), die die Schule verschönern werden. Und 500 Aufkleber mit eben diesen Zitaten, die an die Schüler verteilt werden.

Mit Spannung erwartet auch Riedel die Rede des Amerikaners Conrad Feininger. „Wir haben gehört, dass er seine Ansprache auf Deutsch vorbereitet“, so der Direktor. So oder so: Verstehen werden sich der Nachfahre und die rund 400 Schüler, die an der Veranstaltung teilnehmen werden. Denn zum einen wird Feininger alles per Simultandolmetscher ins Englische übersetzt, zum anderen wird für die Schüler auch alles ins Deutsche übersetzt.

››Das Programm am Samstag und Sonntag rund um den Feininger-Besuch ist zu finden unter www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de(mz)