26-köpfige Bande aufgeflogen

Fahrraddiebe in Halle (Saale), Leipzig und Saalekreis: 26-köpfige Bande aufgeflogen

Halle (Saale) - Beamten gelingt größter Schlag gegen Fahrraddiebe der vergangenen Jahre. Auf einem Gewerbehof in Halles Osten kamen sie den Tätern auf die Schliche.

Von Oliver Müller-Lorey

Der Polizei in Halle ist ein großer Schlag gegen den gewerbsmäßigen Fahrraddiebstahl in der Stadt und dem Umland gelungen. In den vergangenen sechs Monaten ließ sie einen 26-köpfigen Hehlerring auffliegen, dessen Mitglieder allein im zweiten Quartal dieses Jahres einen Schaden von 200.000 Euro verursacht haben soll. Der Ring soll sich aus einem Haupttäter, fünf Hehlern und 20 Einbrecherern beziehungsweise Dieben zusammensetzen.

Viele der Einbrecher und Hehler, und der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 45-jähriger Mann aus Aserbaidschan, sitzen im Gefängnis. Das teilte das Polizeirevier am Freitagmittag in einer umfangreichen Pressemitteilung mit.

Dreh- und Angelpunkt war im Gewerbegebiet im Osten von Halle

Dreh- und Angelpunkt der Kriminellen war demnach ein Gewerbegebiet im Osten von Halle, das die Polizei am 11. Juni dieses Jahres durchsuchte. Wie Ulrike Diener von der Polizeidirektion-Süd sagte, habe es sich um Lagerhallen auf einem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück gehandelt. Dort wurden die Fahrräder offenbar von den 20 Dieben angeliefert.

Die Polizei spricht von „Intensivtätern“. Vom Grundstück aus wurden die Räder dann weiterverkauft - an „regional und überregional agierende Tätergruppen aus Osteuropa“, wie es heißt. Bei der Durchsuchung erwischten die Beamten neben fünf dieser überregionalen Abnehmer aus der Ukraine und Weißrussland auch den Hauptbeschuldigten. Alle sechs Personen sind seitdem in Haft.

17 Verdächtige sitzen im Gefängnis

Doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei gerade einmal einen Teil der Bande dingfest gemacht. Die weiteren Ermittlungen liefen bis zum vergangenen Donnerstag. 17 Verdächtige sitzen seitdem im Gefängnis. Darunter drei der mutmaßlichen Intensivtäter: ein 35-jähriger Mann und eine 33-jährige Frau, beide Deutsche. Bei dem Mann fand die Polizei hochwertige Fahrräder und zahlreiche beschriftete Schlüssel. Außerdem ist ein 36-jähriger Deutscher , bei dem ebenfalls Fahrräder, Schlüssel, Dokumente und Drogen gefunden wurden, in Haft.

Die 20 Einbrecher, 16 Männer und vier Frauen, sollen allesamt drogenabhängig sein und aus Syrien, Bosnien, Armenien, dem Irak, Kasachstan, Russland und Deutschland stammen. Zehn von ihnen haben laut Polizei keinen festen Wohnsitz. Sie sollen nicht nur in Halle in Keller, Garagen, Büros und Geschäfte eingebrochen sein, sondern auch im gesamten Saalekreis und in Leipzig. Ihnen werden auch Diebstähle aus Autos und Drogenhandel vorgeworfen.

„Für uns ist das der größte Erfolg im Kampf gegen den Fahrraddiebstahl in Halle in den vergangenen Jahren“, sagte Diener. Gerade in Halle würden Kellereinbrüche und Fahrraddiebstähle die Polizei stark beschäftigen. „Das ist als großer Erfolg zu deuten“, sagte sie.

Suche nach Eigentümern der gestohlenen Fahrräder

Bei einer der zahlreichen Durchsuchungen konnten im Juni insgesamt 39 gestohlene Fahrräder sichergestellt werden. Hiervon konnten 21 Fahrräder bereits zugeordnet und an die Eigentümer zurückgegeben werden. Zu den übrigen 18 Fahrrädern sucht die Polizei noch nach den Eigentümern.

Die Polizei bittet Personen, die eines der Fahrräder als ihres wiedererkennen oder Angaben zu Eigentümern machen können, sich unter 0345 224 2327 bei der Polizei in Halle zu melden. (mz)