Eishockey

Eishockey: Der Anwalt und die Tierwelt

Halle (Saale)/MZ. - Wulf Ernst Stabreit ist Präsidiumsmitglied der Saale Bulls, natürlich Eishockey-Fan und im Hauptberuf Anwalt. So ist es fast logisch, dass auf seinem Schreibtisch die Akte mit dem Namensstreit um Halles Fan-Geschäft mit den Namen Bulls Shop liegt. Der Weltkonzern Red Bull hatte wegen der Ähnlichkeit mit dem Fan-Geschäft vom Fußball-Verein in Salzburg den Saale Bulls eine Klage ins Haus geschickt. "Ich bin guter Dinge, dass der Streit auf einvernehmlichem Weg gelöst wird", sagt Stabreit. Was ihn da so optimistisch macht? "Das Schreiben ist nicht in der Schärfe verfasst, wie man es vermuten könnte. Da sehe ich aus juristischer und auch persönlicher Sicht eine Menge ...

Von GOTTFRIED SCHALOW

Wulf Ernst Stabreit ist Präsidiumsmitglied der Saale Bulls, natürlich Eishockey-Fan und im Hauptberuf Anwalt. So ist es fast logisch, dass auf seinem Schreibtisch die Akte mit dem Namensstreit um Halles Fan-Geschäft mit den Namen Bulls Shop liegt. Der Weltkonzern Red Bull hatte wegen der Ähnlichkeit mit dem Fan-Geschäft vom Fußball-Verein in Salzburg den Saale Bulls eine Klage ins Haus geschickt. "Ich bin guter Dinge, dass der Streit auf einvernehmlichem Weg gelöst wird", sagt Stabreit. Was ihn da so optimistisch macht? "Das Schreiben ist nicht in der Schärfe verfasst, wie man es vermuten könnte. Da sehe ich aus juristischer und auch persönlicher Sicht eine Menge Spielraum."

Stabreit wird der vom Konzern Red Bull beauftragten Anwaltskanzlei bis Ende nächster Woche auf die Klage antworten müssen. Entweder wird der Sachverhalt anerkannt, dann müssten die Saale Bulls den Namen ihres Fan-Shops ändern. Das wäre dann endgültig, bei Zuwiderhandlungen müssten die Saale Bulls pro Tag 5 100 Euro zahlen. Variante zwei wäre ein vermutlich lang anhaltender Rechtsstreit. "Wir prüfen zur Zeit, wer tatsächlich die älteren Rechte an dem Namen hat. Ich glaube, dass wir eine beiderseits befriedigende Lösung finden", so Stabreit weiter.

Stabreit war im übrigen nicht überrascht von der Red Bull-Klage. "Ich habe ehrlich gesagt, seit es den Fußball-Verein RB Leipzig gibt, schon lange damit gerechnet. So ist das, wenn sich zwei Vereine ähnlich klingende Namen aus der Tierwelt aussuchen. Ich hätte nur nicht gedacht, dass das gleich auf juristischem Wege geschieht. Ein Anruf hätte ja für's erste auch genügt."

Legt man die reinen Gründungsdaten der beiden Vereine zugrunde, ist unstrittig, dass es den Verein in Halle länger gibt. Der wurde im Frühjahr 2004 gegründet und spielte 2004 / 05 erstmals eine Eishockey-Saison unter dem Namen Saale Bulls. Die Red Bull GmbH übernahm den Fußball-Verein in Salzburg dagegen erst am 6. April 2005. Offiziell heißt der Club seit dem 3. Juni 2005 FC Red Bull Salzburg. Auf der Internetseite heißt das Fan-Geschäft übrigens "Redbullshop". Alles in Großbuchstaben und in einem Wort. Noch einmal Stabreit: "Wir müssen alle Daten jetzt noch einmal ganz genau abgleichen. Die entscheidende Frage wird sein: Seit wann genau gibt es die beiden Fanshops?"