Mit E-Lok Baujahr 1984

Eisenbahnfans aus Halle planen Sonderzug nach Rostock

Die Traditionsgemeinschaft Bw Halle P plant wieder eine Fahrt: Dieses Mal geht’s zur Hanse Sail. Bevor das Abfahrtssignal auf Grün steht, ist noch viel zu tun.

Von Katja Pausch
Mitglieder der Traditionsgemeinschaft Bw Halle P
Mitglieder der Traditionsgemeinschaft Bw Halle P (Foto: Katja Pausch)

Halle (Saale)/MZ - Ist das der Sonderzug nach Rostock? Während Udo Lindenberg vom legendären „Sonderzug nach Pankow“ singt, haben die Mitglieder der Traditionsgemeinschaft Bw Halle P ein ganz anderes Ziel vor Augen: Sie planen für den 7. August wieder eine Fahrt mit einem Traditionszug. Und während es im vergangenen Sommer mit vielen begeisterten Fahrgästen nach Hamburg ging, steht dieses Mal „Rostock“ auf der Abfahrtstafel.

Die Fahrt wird sicher nicht nur ein Erlebnis für Eisenbahnfans werden, denn der aus historischen Eisenbahnfahrzeugen gebildete Zug fährt zu keinem geringeren Event als zur Hanse Sail - somit kommen auch Freunde historischer Schiffe voll auf ihre Kosten. Gestartet wird von zwei Orten aus: Ein Teil des Zuges beginnt seine Fahrt von Cottbus aus mit Ziel Berlin Lichtenberg, der andere startet von Leipzig und fährt über Halle, Bitterfeld und Wittenberg ebenfalls bis nach Lichtenberg. „Dort werden beide Züge gekoppelt, sie fahren dann mit zwei Loks weiter in die Hansestadt“, so Vereinsmitglied Thomas Kersten.

„Zu Ostzeiten war sie als Universallok in ganz Ostdeutschland unterwegs“

Doch bevor es soweit ist und das Abfahrtsignal für den Traditionszug „Grün“ zeigt, haben die Mitglieder der Traditionsgemeinschaft noch allerhand zu tun. „Wir nutzen seit Wochen jede freie Minute, um die Fahrt vorzubereiten“, erzählt Thomas Kersten vom Verein, der sich seit Jahren mit Enthusiasmus der Erhaltung historischer Schienenfahrzeuge widmet. So arbeiten die Traditionseisenbahner derzeit die 155 273-6 auf - eine E-Lok Baujahr 1984, gebaut in Henningsdorf. „Zu Ostzeiten war sie als Universallok in ganz Ostdeutschland unterwegs“, so Kersten. Nach der Wende dann habe sie bis zu ihrer Stilllegung mittelschwere Güterzüge bis 2.000 Tonnen gezogen.

Auch die 243 005-6 wird vor den Sonderzug gespannt.
Auch die 243 005-6 wird vor den Sonderzug gespannt.
Foto: Christian Wodzinski

Erst kürzlich hat der hallesche Verein die 155 273-6 von der Firma Railpool mit Sitz in München übernommen - zuvor wurde die Lok von der Bahn vor einigen Jahren an Railpool verkauft. Letzter Standort der Lok war Engelsdorf. Nun, nach ihrer Überführung nach Halle, wird sie von den Mitgliedern der 1994 gegründeten Freizeitgruppe des Bahnsozialwerkes (BSW) auf Vordermann gebracht. Neben technischen Wartungs- und Reparaturarbeiten an dem Eisenbahn-Oldtimer steht bis zur Abfahrt unter anderem noch das Abschleifen und Aufbringen neuer Farbe auf dem Programm. „Orientrot“ werde die Lok gestrichen - und zwar alles per Hand, erklärt Vereinssprecher Christian Wodzinski.

Fans und Bewunderer der sechsachsigen Lokomotive mit 123 Tonnen „Dienstgewicht“

Fans und Bewunderer der sechsachsigen Lokomotive mit 123 Tonnen „Dienstgewicht“ - so der Fachausdruck - sind nun eingeladen, die Mitglieder der Traditionsgemeinschaft und deren Fahrgäste auf der Fahrt nach Rostock/Warnemünde zu begleiten. „Ab Leipzig Hauptbahnhof wird die 155 273 unsere Zuglok sein“, so Thomas Kersten, der für Fans der elektrisch betriebenen Museumslok noch einige Parameter bereit hält: „Mit vier Fahrmotoren ausgestattet, bringt sie eine Leistung von 4.760 PS und kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde“. Indes ist für Passagiere noch interessant, dass neben Seitengang- und Mitteleinstiegswagen auch zwei Bistro-Wagen im 20 Waggons zählenden Zug mitfahren. „Unser Mitropa-Team hat wieder eine tolle Speisekarte zusammengestellt - und sie ganz klassisch mit der Schreibmaschine getippt“, so Kersten. Nun also heißt es für alle Eisenbahnfans am 7. August: Einsteigen bitte und Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges!

Tickets und Infos zur Fahrt sowie Abfahrtszeiten auf bw-halle-p.de oder dienstags 15-19 Uhr und samstags 10-16 Uhr per Telefon unter 0160 611 4444